Kategorie: Tagebuch

Sonntagabend

Sie lesen heute den Eintrag von gestern. Von Sonntag. Und ehrlich, lassen wir das mit dem Siezen. Wozu soll das gut sein? Oder? Fühlt man sich nicht jünger, wenn man geduzt wird? Und persönlicher angesprochen? Ich glaube schon. Meine Frau war heute auf dem Weihnachtsmarkt im Nachbardorf und hat eine Freundin getroffen, die sagte, sie lese jeden Tag diesen Blog.… Read more →

0 Uhr

Sitze in meinem Arbeitszimmer, mitten in der Nacht, trinke guten Whisky, lass die Wörter in meinem Kopf sprechen. Sie sagen viel, manchmal zu viel, und manchmal zu wenig. Es ist gut, sie vorbeiziehen zu lassen, ohne ihnen reinzureden. Lass sie wandern, sonst wohin. Wo enden die Gedanken? Wo nahmen sie ihren Anfang? In mir? Und enden sie in mir? Ich… Read more →

Übers Schreiben

Angetrunken fallen einem ganz andere Sätze ein. Meistens bin ich viel zu nüchtern. Auch noch um halb neun am Abend. Selbst volltrunken bin ich kreativ. Na ja, glaube ich dann jedenfalls. Ob es Sinn gemacht hat, was ich zu Papier brachte, sehe ich am nächsten Abend. Manchmal auch schon morgens. Dann frage ich mich, wer das geschrieben hat. Einiges finde… Read more →

Lesung an der KGS Hemmingen

Die Lesung heute morgen um acht war sehr interessant. Für die Schüler anscheinend auch. Sie haben wirklich viele Fragen zur Krankheit und zum Konsum von Drogen gestellt. Etwa 70 Schüler waren anwesend, aus den Jahrgängen 8 und 10. Ein wenig komisch war es schon, die Aula zu betreten, durch die ich vor 31 Jahren selbst als Schüler gegangen bin. Diesmal… Read more →

Gedicht „Gelber Strohhalm“

Ich bin 30, total breit, tauche bei meiner Mutter im Großraumbüro auf. Sie sitzt kerzengerade am Schreibtisch und telefoniert. Ihr Haar ist grau geworden, noch immer ein wenig wellig, keine Spur mehr von blond. Sie sieht mich an und legt auf. „Paul, ich kriege Ärger, wenn du hier so auftauchst.“ – „Wie denn?“, frage ich. – „Na, wie denn …… Read more →

Geduld

Seit über 25 Jahren übe ich Geduld. Klar, wenn ich heute lese, was ich damals an die Verlage geschickt habe, tut es mir für die Lektoren oder die Vorzimmerdamen leid, sie mit so nem Schrott behelligt zu haben. Heute wundern mich die Absagen keine Spur mehr. Aber jetzt sind die Sachen in Ordnung, die ich schreibe. Es gibt auf dem… Read more →

Disziplin und Motivation …

Hätte ich gern. Morgens um sechs aufstehen, duschen, rasieren, mit meiner Frau quatschen, meinen Sohn wecken, mit ihm in Ruhe frühstücken … Ihn in den Kindergarten bringen (natürlich zu Fuß), zwei bis drei Stunden schreiben, dazwischen joggen, klar, Mittagsschlaf, aufstehen, gut draufsein, meinen Sohn abholen (natürlich wieder zu Fuß), mit ihm spielen, einkaufen, Haushalt, kochen … Und so weiter und… Read more →

Im Alter hat man´s schwer

Meistens. Oder man stirbt rechtzeitig. Man kann sich kaum vorstellen, wie man selbst im Alter ist. Bemitleidet man sich? Wird man zickig? Grämt man sich? Schämt man sich? Hat man das Gefühl, nicht gelebt zu haben? Es gibt noch viele Fragen mehr. Manch einer freut sich auf den Tod. Endlich vom Leid befreit. Viele Menschen haben Angst. Keiner weiß, was… Read more →

Wer bin ich wirklich?

Eine schwierige Frage. Wer bin ich wirklich? Manchmal der versoffene Autor, der mit dem vulgären Vokabular. Manchmal ganz zart im Wort. Schriftsteller sind die größten und besten Lügner. Ich kann ja schreiben, was ich möchte. Keiner kann mich daran hindern. Ich frage mich aber ständig, wie ich wirklich bin. Ganz ich selbst zu sein, fällt mir schwer. Jeder Mensch hat… Read more →