Die unglaubliche Stille hier draußen um halb drei in der Nacht. Mir ist, als sei sogar der Wind in den Ferien. Unruhig wälzte ich mich im Bett hin und her. Ich denke, dass ich denken kann, ist ein Wunder. Es ist ein Wunder, dass ich meine Gedanken, wenn es denn meine sind, niederschreiben kann. Welche Gedanken sollten es sonst sein, wenn nicht meine? Ich kann Stopp oder Weiter denken. Ich kann Arschloch oder Liebster denken. Wenn ich will, erfinde ich für meinen Roman eine Gestalt, die allein aus meiner Idee entstand. Eine Gestalt, die weder Mensch noch Tier ist. Ich frage mich trotzdem, ob unser Todestag feststeht. Und ich frage mich, ob der Grund meines Lebens das Schreiben ist. Bleibt nichts dem Zufall überlassen? Diese Frage begleitet mich seit Jahrzehnten. Bis zu welchem Grad kann ich meinen Weg steuern? Hat mich Gott auf die Erde geschickt, damit ich Die letzte Version vom Paradies schreiben konnte? Dies hab ich getan, ohne etwas dafür zu können. Es war, als fielen die Gedichte vom Himmel. Deswegen verstehe ich nicht, dass ich keine Unterstützung erfahre. Weder von einem Verlag noch von den Künstlern, die dieses Werk kennen. Wahrscheinlich heißt es: Psychisch instabiler Typ, dem nicht zu trauen ist. Haltet euch fern von ihm. Unberechenbar. Die Erschütterung, dass ich der Weltretter bin, ist längst von dannen. Die Erschütterung schon, das Wissen nicht. Mein Weg musste mich genau hierherführen. Zu dieser Sekunde, zu dieser Minute, in diese Nacht, in diese unglaubliche Stille. Wann der Weg endet, weiß ich nicht. Und wo, auch nicht. Einiges kann man ahnen, das meiste jedoch nicht wissen. Natürlich glaube ich, manchmal zu wissen. Doch wissen, was die mir die Zukunft beschert, kann ich nicht. Ich schlage eine bestimmte Richtung ein. Aber eine Vorherbestimmte? Ich sage Stopp. Ich sage Weiter. Ich sage Rechts. Ich sage Links. Steht das Geburtsdatum fest? Und auch der Todestag? Und den Zwischenraum gestalten wir selbst, weil wir frei sind? Ablenken bis zum Abwinken tun uns die Medien. Ist es Absicht, damit wir nicht zu uns selbst finden? Damit wir nicht zu viel selbständig denken? Menschen denken klein, Menschen denken groß. Glaubt der Präsident Trump, er sei ein Gesandter Gottes? Ja, ich denke, das tut er. Oder glaubt er gar, er sei es selbst? Wenn er es weiß, ist er es auch – in seiner Welt. Nicht in dieser. Auf jeden Fall führt er sich wie ein Gott auf. Ein bescheidener, zurückhaltender und ruhiger Mensch verändert die Welt nicht so elementar wie ein Präsident.