Kategorie: Tagebuch

Die Gedanken sind besetzt

Der erste Schluck Wein an diesem ruhigen Abend – hier in meiner kleinen Welt. Keine Bomben, keine Toten, keine Angst. Noch nicht. Heute war ein herrlich sonniger Tag. Am Abend habe ich ein Feuer lodern lassen und habe es genossen in die Flammen zu schauen, während das aufgespießte Würstchen am Stock langsam Farbe angenommen hat. Wir sollten solange wie möglich… Read more →

Das glaube ich jedenfalls

Liebe Menschen da draußen, mir fehlen die Worte. Wenn es schief läuft, bekommen wir einen Weltkrieg zu spüren. Und keiner von uns kann ihn dann noch aufhalten. Dann gibt es auch keine Flucht mehr. Das glaube ich jedenfalls. Ich bin bereit. Das glaube ich jedenfalls. Zum Glück ist mir mein Glaube geblieben. Mein Glaube an eine bessere Welt. Ob ich… Read more →

Die Angst

Beinahe hätte der Krieg eine Psychose in meinem Schädel ausgelöst. Vorbeigeschlittert – zum Glück. Dennoch bin ich nicht gefeit. Ich habe gemerkt, wie schnell sich meine Gedanken mit vorherigen Psychosen vermischen können, sobald sie von Stress vereinnahmt werden. Und wenn du den ganzen Tag Nachrichten konsumierst, bist du in Gefahr, erneut verrückt zu werden. Sorge für dich. Leb in deiner… Read more →

Bereite dich lieber vor

Ganz still ist es hier in meinem kleinen Zimmer. Das Glas Rotwein steht links neben mir, gemütliche Lampen dimmen vor sich hin. Eine extreme Woche liegt hinter uns. Die Nachrichten überschlagen sich. Die bewegten Bilder machen einen fertig. Guten Morgen! Wir müssen, hier, in diesem zurzeit noch friedlichen Deutschland, versuchen, unsere kleinen Welten in Ordnung zu halten. Was anderes ist… Read more →

So erbärmlich blind

Was habt ihr denn geglaubt? Was glaubt ihr denn, wozu Atomraketen gebaut werden? Ihr seid nicht ernsthaft überrascht. Euch war schon klar, dass die Welt im Arsch ist. Oder ihr seid von jeher blind gewesen. Scheuklappen vor den Augen. Die meisten schauen, sehen aber gar nichts. Nichts wird mehr so sein, wie gestern und vorgestern. Und meine Gedichte bleiben dort,… Read more →

Diogenes

Du kommst gerade von der Arbeit. Fragst dich vielleicht schon, was das noch soll. Hast Angst. Wie viele Sätze kannst du noch schreiben? Zum Glück hast du gut geschlafen. Du konntest Kraft tanken. Wenn du Glück hast, hat dein Therapeut nächste Woche noch einen freien Termin. — In deinen Gedichten steht so viel Wahrheit. Du hast dich verschätzt, glaubtest, der… Read more →

Die Erde wird zur Hölle

Ok. Erst mal ein Glas Rum. Der Tag will verdaut werden. Mir ist übel. Puh. Du hast es versucht. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass du alles versucht hast, was für dich möglich war. Kein Verlag hat angebissen. Kein Künstler hat dich ernst genommen. Heinz Rudolf Kunze ist es scheißegal. Marius Müller Westernhagen hat es vergeigt. Für Udo… Read more →

Allgegenwertig

Ich genieße gerade die Stille. Ich habe Zeit. Es ist Viertel vor zehn. Meine Hände schreiben genau das, was ich will. Es sind meine Gedanken. Das scheint nicht immer so zu sein. Bin ich manisch, scheint es, als führe ich nur aus. Dann bin ich ein Untertan. Es ist, als würdest du beim Gehen von hinten angeschoben. Es ist, als… Read more →

Lieber Freund!

Eine halbe Stunde habe ich Zeit. Ich möchte sie nutzen. Wäre ich nicht so antriebslos, würde ich eine alte Kurzgeschichte rausputzen. Ihr neue Farbe einverleiben. Sie lebendiger machen. Ich bin einfach zu faul. Es regnet. Der Wind hat nachgelassen. Der Himmel – grau. Ich kann nicht sagen, dass es in meinem Kopf genauso grau ist. Nicht trübe und nicht trist.… Read more →