Wer Augen hat, der sehe! Wer Ohren hat, der höre!

Der neue Roman ist (fast) fertig! Hier noch ein bisschen hämmern, da noch feilen, die Schrauben anziehen oder lockern, schleifen, polieren … Vielen befreundeten Experten zum Lesen geben, Meinungen einholen, wieder hämmern, schrauben, feilen, schleifen usw. Dann ab ins Internet damit. Und zack – weiter zum nächsten Buch. Das wird dann wohl ein ganz kurzes Ding. Ein absoluter Weltbestseller natürlich. Wird ja Zeit. Die Menschheit wartet drauf. — Auf was die Menschheit nicht warten darf, ist Krieg! Liest man Zeitung und schaut Nachrichten, kann einem angst und bange werden. Ich muss nicht wiederholen, was geschrieben steht und gesagt wird, jeder, der Augen hat, der sehe, jeder, der Ohren hat, der höre. Alter Bibelspruch. Wie krank sind die angeblich Gesunden!? Warum werden sie nicht eingeliefert und mit Medikamenten versorgt? Bayer lässt grüßen. Ich kenne da wirklich gute Mittelchen, die jede noch so kranke und verkorkste Seele stilllegen. Aber diese Mittel müssten um die halbe Welt gehen. Wenn das man reicht! Ich sehe es ja morgens schon, wenn ich meinen Sohn in den Kindergarten bringe, wie angespannt viele Eltern sind. Ein Guten Morgen oder ein einfacher offener Blick, geschweige denn ein Lächeln, sind unmöglich. Ja, ich weiß, viele sind dem morgentlichen Stress ausgeliefert, ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber in der Stadt! Aggressivität, gerade nachts, wenn ich gut gelaunt, noch den Zigarrengeschmack auf der Zunge, in der S-Bahn sitze und nicht weiß, was gleich passieren würde, wenn ich einen schiefen Blick riskierte. Stehen wir vor einem Krieg? Sind wir schon mittendrin und merken es noch nicht richtig? Müssen wir Angst haben? Keiner kann in die Zukunft sehen. Was bleibt uns denn anderes übrig, als unsere Kinder in den Kindergarten oder in die Schule zu bringen und ihnen das Gefühl von Sicherheit zu geben? Hier bist du sicher, mein Junge. Komm, komm in meine Arme. Wie viele Menschen sind noch blind! Leben bis zu ihrem engen Horizont, von der Wand bis zur Tapete, wie man so schön sagt. Bis zum Fernseher und zurück. Sieh mal nicht so schwarz! Lieber schwarz sehen, als jeden Tag alles in Farbe auf der Mattscheibe und nicht nachdenken. Aus der Schwärze auferstehen. Aufwachen. Kreativ werden. Farbe bekennen. Den Mund aufmachen. Sich nicht nur um die eigene Achse drehen. Gesundheit, Gesundheit. Ernäherung, Ernährung. KRIEG!!! Vor unserer Tür! Und was will ich? Millionen. Ach, was rede ich – Milliarden. Ein Leben in Saus und Braus. Der Porsche muss laufen. Der Tank muss voll sein. Was reden denn alle auch immer von: Der Weltfrieden muss gewahrt werden! Wo ist er denn, DER WELTFRIEDEN!? Auf dieser Welt ganz sicher nicht. Wie egoistisch sind wir eigentlich! Und wie bescheuert und kleingeistig! Wie blind! Wie taub! Wir fahren alles gegen die Wand. Und dann dieses zum großen Teil widerliche Fernsehprogramm. Zum Kotzen. Zum Reinschlagen. Es soll ja Menschen geben, die können ohne Fernseher nicht leben. Die verrückt werden, wenn sie mal zwei Tage nicht fern sehen können. Die dann unter totalem Stress stehen. Nicht einmal einen Anruf in Ruhe entgegen nehmen können. Das Ding muss laufen und laufen und laufen.

Reg dich ab, Alter. Oder sei froh, dass sich überhaupt noch was regt. — Es ist Viertel vor zehn. Ich sitze hier an meinem weißen Schreibtisch und zünde jetzt eine Kerze an. Nee, doch nicht. Aber ein bisschen mehr Gemütlichkeit wäre schon schön. Also zünde ich doch eine Kerze an und schalte das Licht hinter mir aus. Vielleicht höre ich mir gleich noch „Unbewohnt“ von Grönemeyer an, mein Lieblingslied. Ich sitze gut auf dem sedus-Stuhl für über 500 Euro. Die Uhr von 1910 macht Tick-Tack. Hemingway an der Wand schreibt immer noch. Der Schreibtisch verändert sich fast jeden Tag. Auf dem ist immer was los. Bla, bla, bla. Soll ich ewig so dahinplätschern? Was wollt ihr von mir? Was will ich von euch? Ich will euch unterhalten und ich will, dass ihr euch von mir unterhalten lasst. Dann schreib nicht so ne Depri-Scheiße, klar! Schreib was Geiles! Ich mag das Wort „geil“ nicht so gern hören. Vor allem von Leuten, die nicht raffen, wie bescheuert es sich aus deren Münder anhört. Die Möchtegern-Junggebliebenen über fünfzig. Die Möchtegern-Coolen. Oder die total Behämmerten. Wenn meine Mutter auf einmal „geil“ sagen würde, würde ich im Erdboden versinken. Ich weiß, wie oberspießig ich bin. Ist mir aber scheißegal. Ehrlich. Ist mir scheißegal. Mein Haus ist schneeweiß. Mein Porsche rot. Oder schwarz. Und der Volvo ist auch schwarz. Die Nachbarn tuscheln sowieso. Ist aber okay. Noch schlimmer als meine Autos ist meine Krankheit. Ja, es wurde wissenschaftlich festgestellt, dass Schizophrenie ansteckend ist. Ein Blick reicht schon, dann ist der Betroffene nicht mehr zu retten. Aus die Maus. Tot der Hase. Wenn Haldol nicht mehr hilft, na, dann Gute Nacht. Für immer in der Klapse. Nicht mehr zu retten. Lebenslang. — Ich gehe gleich ins Bett. Lese noch ein paar Seiten Rocko, schreibe noch ein paar Sätze ins Tagebuch.

Ich wünsche euch einen schönen friedlichen Tag  !

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