Was beschäftigt mich?

Was beschäftigt mich? Es sind natürlich die für mich alltäglichen Dinge. Achtmilliarden Menschen – alle denken anders. Für jeden gestaltet sich der Alltag individuell. Jeder fühlt anders, handelt anders, sieht anders. Jeder aus seiner Perspektive. Für den einen ist sie die schönste Frau der Welt – für den anderen ist sie nichts Besonderes. Und jeder sollte seine Meinung frei äußern dürfen? Ist das eine Frage? Wir werden jeden Tag beeinflusst – durch die Familie, Freunde, Medien, Natur, durch die ganze Welt, die uns umgibt. Die Umwelt. Viele halten die Nase Richtung Wind. Sie trauen sich nicht, ihre Meinung zu äußern. Sie dürfen nicht. Oder sie wollen es nicht. Oder sie haben keine eigene Meinung. Sie wollen nicht auffallen, schwimmen mit, halten eben die Nase in Richtung des Windes. Auf diese Menschen hoffen die Politiker, auf die Stillschweigenden, auf die, die sich anpassen. Wieviel Gegenwind man bekommt, wenn man seine politische Sympathie zum Ausdruck bringt. Man sagt etwas und steht einer Diskussion gegenüber. Man wird angegriffen. Dürfen wir uns nun frei äußern oder nicht? Nein, dürfen wir nicht. Und ehrlich, manchmal ist das auch gut so. Wenn sich jeder frei äußern dürfte, könnten wir bald in Massen rechtsradikale Hetzblätter übers Internet kaufen und es würde Propaganda-Radio- und Fensehsender geben. Moment. Sich frei zu äußern oder „nur“ seine Meinung zum Ausdruck zu bringen, ist ja noch ein Unterschied. Man darf sagen: „Ich wähle rechts.“ Dafür wird man nicht verurteilt, von keinem Gericht jedenfalls. Von mutigen Menschen zum Glück schon. Von Menschen, die eine andere Meinung haben und damit nicht hinterm Berg halten. Sie vertreten ihre freie Meinung öffentlich. Künstler sind gefragter denn je. Politiker sowieso. Die Kirche! Wo ist die Kirche? Wo sind die Christen, die Nächstenliebe predigen? In ihren Kirchen, wo sich immer weniger Menschen hinverirren, wo der Pfarrer oder Pastor predigt, was vor 2000 Jahren los war. Heute finden ebenfalls Kreuzigungen statt, nur in anderer Form. Kopf ab. Spritze. Elektrischer Stuhl … Es müssen Versammlungen stattfinden. Viel mehr Menschen müssen auf die Straße gehen und für Frieden demonstrieren. Und zwar jetzt, nicht, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ich habe keine Ahnung von Politik, ich wüsste nicht, wie ich in den meisten politischen Situationen handeln würde oder müsste. Aber ich weiß, was ich moralisch vertreten kann. Das Gewissen spielt mit. Wenn ich ein Kind sehe, das auf den Schultern eines Vaters oder einer Mutter aus einem Schutt- und Leichenmeer gekrochen kommt, fühle ich Mitleid. Wenn das Kind Glück hat, ist es der eigene Vater oder die eigene Mutter, die es trägt. Und wohin? Da ist ja nichts mehr. Kein Haus, kein Geschäft, kein Arzt, keine Familie … Nur Schutt und Asche und Blut und Leichen. Ich würde auch versuchen in ein Land zu gehen, wo nicht geschossen wird. Man würde doch hoffen, dass es eine bessere und vor allem eine friedlichere Welt gibt. Wer weiß, vielleicht müssen wir ja selbst einmal flüchten. Klar könnte man jetzt sagen: Aus dem eigenen Land! Was heißt hier überhaupt „eigenes Land“? Ach, lassen wir das. Aber ehrlich: Es ist schwer, ohne Vorurteile zu leben. Ich schaffe das nicht. Mir machen viele Menschen Angst. Deutsche sowie auch Ausländische. Und es werden leider immer mehr, weil es immer mehr Menschen gibt, die sich unmoralisch beeinflussen lassen, immer mehr Extremismus und Radikalismus in die Welt tragen.

Ich könnte hier weiter einen Larifari-Blog schreiben. Bla, bla, bla. Ihr wisst, ich mag das. Bla, bla, bla. Das sind mir auch die liebsten Bücher. Larifari-Bücher. Sicher, ich werde auch weiterhin feiern, feiern, feiern. Spaß haben, lachen, trinken, rauchen. Aber die Lage ist ernst. Wir neigen dazu, zu viel zu unterschätzen. Doch nur so lange, wie wir selbst nicht direkt betroffen sind.

Es ist jetzt Viertel vor zehn am Abend. Ich öffne gleich die Flasche Wein und schenke das Glas voll. Und dann lese ich diesen Text in aller Ruhe noch mal. Und morgen gibt es bestimmt wieder mehr Bla, bla …

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