Vergeude nicht deine Zeit

Guten Morgen ihr Lieben!

Mit dem Drehbuch geht es Szene für Szene stetig voran, die ersten 14 Seiten sind verfasst. Ich habe gerade das Marius-Konzert in Berlin aufgezeichnet, als ich ihm vier meiner Gedichte auf die Bühne werfe. Ein wenig flasht es mich, zurück in die Vergangenheit zu schauen. Dennoch fällt es mir nicht ganz leicht, mich in „den Film“, den ich damals gefahren bin, hineinzusteigern. Er liegt ja auch bereits jetzt so ziemlich genau 31 Jahre zurück. Doch wenn ich mit „Ralle“, meinem alten Freund aus Berlin, telefoniere, lassen wir viele der Szenen noch einmal aufleben. Es macht Spaß, über die alten Zeiten zu klönen und zu hören und auch zu sehen, wie er mich in jener verrückten Zeit wahrgenommen hat. Wir telefonieren fast jeden Tag, manchmal zweimal, manchmal über mehrere Stunden. Es gibt Abende, da können wir kaum auflegen, an anderen wiederum ist es nichts als ein schlichtes Blabla. Zu „Karlo“ habe ich auch noch guten Kontakt. Was aus „Stefan“ geworden ist, weiß keiner von uns. Die drei waren damals meine engsten Freunde in Berlin, wir saßen so gut wie täglich zusammen, haben gekifft, Musik gehört und über die magische Welt des Carlos Castaneda gesprochen. Vor kurzem habe ich noch einmal versucht, ein Buch von ihm zu lesen. Die Zeilen sprechen mich heute aber überhaupt nicht mehr an. Damals glaubte ich an jedes seiner Worte und wollte alles nacherleben und- empfinden. Ich bin wirklich dankbar, dass ich so früh in die spirituelle Welt eintauchen durfte, denn wenn ich heute mit manchen Menschen rede, fällt mir auf, wie einfach sie gestrickt sind. Wenn sie mir dann auch noch haarklein erzählen, worüber sie so den ganzen Tag nachdenken, strengt mich das oft an. Mich interessiert vieles von dem gar nicht. Aber ich versuche wenigstens so zu tun als ob. Dabei ist es nichts als reine Zeitverschwendung, Zeit, von der wir nur so wenig haben. Das Leben auf der Erde ist nun mal begrenzt, die Tage sind kurz, man sollte sie so gut wie möglich mit eigenen Ideen ausfüllen. Es ist ärgerlich, wenn man seine wertvolle Zeit sinnlos verschenkt. Wertvoll ist es, sich mit Menschen zu treffen, mit denen du auf einer Welle bist, die dich inspirieren und fördern. Das sollte sich natürlich auf Gegenseitigkeit beruhen. Vergeude deine Zeit nicht einfach, versuch das zu tun, womit du am Ende des Tages zufrieden bist. Und dabei ist es so ziemlich egal, was andere davon halten. Du solltest nur darauf achten, dass du keinem schadest. Aber mach auf jeden Fall etwas für dich selbst. Tu dir Gutes. Es sind oft die ganz einfachen Dinge, die dich glücklich machen. Wenn du dich langweilst und nichts mit deiner Zeit anzufangen weißt, versuch doch mal ein Bild zu malen. Oder ein paar Zeilen zu lesen. Etwas zu schreiben. Fotos zu schießen. Spazieren zu gehen. Leute zu beobachten. Musik zu hören, die du früher schon gern gehört hast. Dadurch leben Erinnerungen auf. Versink nicht den ganzen Tag in RTL 2. Koch dir was Schönes. Versuch das Mahl zu genießen, auch allein. Ruf jemanden an, vielleicht jemand, mit dem du dich mal gestritten hast. Es tut auch verdammt gut, zu einem Therapeuten zu gehen, der dir durch den Alltag hilft. Lass dich auf die lange Warteliste setzen, die Zeit rennt ja doch, sie geht so schnell vorbei. Ein guter Therapeut sollte neutral sein, deswegen wertet er nicht, du kannst ihm sehr viel anvertrauen. Du musst ja nicht gleich einen ganzen Roman schreiben, schreib einfach des Schreibens wegen, zum Beispiel, was dir am Tag gut oder auch nicht gut gefallen hat. Mach es für dich. Irgendwie muss es dir gelingen, dass du zufrieden mit dir und deiner kleinen Welt bist. Mir fehlt es momentan auch, rauszukommen, in einer Kneipe zu sitzen, mit mehreren Leuten zu reden. Es ist für viele eine schwere Zeit durch Corona angebrochen. Träume sind zerplatzt, Ideen und Visionen. Ich bin gespannt auf den Sommer. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die wärmende Sonne. Heut ist es noch kalt, aber der Himmel ist blau, die Sonne scheint. Geh ein paar Schritte.

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