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Mal sehen, was die nächsten Tage und Wochen bringen. Wir wissen es alle nicht. Augenscheinlich kann keiner in die Zukunft blicken. Für mich persönlich wünsche ich mir mehr Fantasie, mehr Inspiration, mehr Ideen, mehr Kreativität. Ich habe das Gefühl, fest auf dem Boden zu stehen und die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Mir fällt es noch immer sehr schwer, mich auf ein Buch, auf einen Roman einzulassen. Was mir hin und wieder gelingt, ist ein kurzer Text, den ich zu der wunderbaren Gitarrenmusik von Dietmar Lewin schreibe. Ich bin dabei, eine Lesung vorzubereiten. Ich habe vor, Textzeilen aus diesem Blog vorzutragen. Inzwischen sind es ja über 400 Beiträge, bestimmt ist da der ein oder andere zwischen, welcher dem einen oder anderen gefällt. — Es ist alles so real. Es tut ja ganz gut im Hier und Jetzt zu leben, aber es ist äußerst schade, wenn dir die Tagträume und die Spinnereien verloren gehen. Das ist nämlich etwas, was das Leben ausmacht. Bunte Zukunftsgedanken. Gar Visionen. Es ist doch herrlich, sich vorstellen zu können, von Erfolg gekrönt zu sein. Anerkennung ist für jeden Menschen ein wichtiges Gut. Eine Freundin hat „weg“ gelesen, es war toll, noch einmal über die drei Geschichten zu sprechen, vor allem über die Inhalte. Ich kenne das Buch in und auswendig. Ganz ganz vielleicht gelingt mir ja bald der zweite Teil. BLOCK ist nach wie vor auf Eis gelegt. Allerdings hatte ich mit „weg“ ja auch schon 2007 begonnen, in Dänemark, und es dauerte weitere neun Jahre, bis ich mich wieder rangesetzt habe. Als Auftragsschreiber würde ich also voll versagen. Für „Mucho Guscho“ habe ich rund anderthalb Jahre gebraucht, für „F25“ Jahrzehnte, bis es endlich fertig war. Und es weist immer noch Fehler auf, da ich Lektorat und Korrektorat „nur“ mit Freunden erledige, anstatt es in professionelle Hände zu geben. Es ist wunderschön, hier jetzt zu sitzen und ein paar Zeilen zu tippen. Ganz einfache. Ganz schlichte. Ganz reale. Aber noch schöner wäre es, in eine fiktive Geschichte einzutauchen. Protagonisten zum Leben zu erwecken, nicht zu wissen, wo sie mich hinführen, dann völlig überrascht zu sein, auf immer neue Darsteller zu treffen, die die ganze Geschichte umdrehen. Und es ist ein wundervolles Gefühl zu wissen, dass dir ein paar Sätze ganz gut gelungen sind. So entsteht bei mir eine herrliche Zufriedenheit. Hin und wieder schon fast ein Glücksgefühl, manchmal sogar ein ganzer Rausch voller Glück. — Soeben kam mir der Gedanke, mich doch noch einmal ans Drehbuch von „F25“ zu setzen. Vielleicht gelingt mir ja was. Und deswegen mache ich für heute Abend Schluss. Bis die Tage!

Ich habe tatsächlich die erste Seite des Drehbuchs geschafft! Was für eine große Freude! Die Erinnerung an 1989/90. Der Pilz. Im Grunewald. Mit meinen Freunden, mit meinen Verbündeten. Auf dem Weg in Castanedas magische Welt. Ich werde also vermutlich – diesmal in voller Klarheit – noch einmal eintauchen. Die Erinnerungen aufleben lassen. Die ganze erste Psychose. Bis zur Klinik. Mit Karlo, Ralle, Stefan, Alexa, Jan, Mark … Zu Karlo, Ralle und Alexa pflege ich noch heute engen Kontakt. Mit Alexa war ich nach dem ersten Schub noch neun Jahre zusammen. Ob Stefan überhaupt noch am Leben ist, weiß keiner von uns. Jan war mein Trauzeuge, der Kontakt ist heute aber leider abgebrochen. Ich bin mir nicht sicher, wie ich Marius im Drehbuch aufleben lasse. Er spielt in jedem Fall eine entscheidende Rolle. Man kann sagen, dass die erste Psychose so richtig ihre Fahrt bei einem seiner Konzerte aufgenommen hat. Ich habe mich von ihm persönlich angesprochen gefühlt. Warf ihm vier Gedichte auf die Bühne, war überzeugt, dass er sie gelesen und nur darauf gewartet hat. Wann ich den ersten Plot setze, weiß ich auch schon. Und zwar, als die Reise von Berlin nach Hannover geht.

Ich fühle mich gut. Ich fühle mich jetzt plötzlich kreativ. Innerhalb von ein paar Stunden gab es eine Veränderung. Jetzt heißt es dranzubleiben. Weiterzumachen. Nicht glich die Flinte ins Korn werfen. Es könnte genau der richtige Zeitpunkt sein.

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