Schreibpause

Bis Januar, so habe ich es mir vorgenommen, schreibe ich nicht an meinem Roman. Habe ich das schon geschrieben? Bestimmt. Es gibt andere Dinge zu erledigen. Dinge, die mich nicht befriedigen, Dinge, die erledigt werden MÜSSEN. Man kommt oft nicht drum herum. Ich spreche nicht nur von mir. Zum Beispiel … Ich will Sie nicht damit belasten. Sie wissen, was ich meine. Dinge, die so dazwischen jagen wie Maschinengewehrkugeln, Dinge, die kein Mensch gebrauchen kann. Aber irgendwo müssen diese Dinge ja hin. Wir breiten die Arme aus, lassen unser Herz frei und schreien: „Kommt her, Dinge! Hier sind wir!“ So geht es vielen Menschen. Den meisten. Den wenigen Egoisten nicht. Sie wehren Dinge ab. Oder sind es viele Egoisten? Ich bin auch meistens  einer. Ich will – ja, ich möchte nicht – ich WILL! steinreich werden. Und ich WILL jeden Tag an einem Buch schreiben. Warum auch nicht. Was ist dabei? Meine Mutter fragt: „Warum bist du nicht zufrieden, wie es ist?“ Ja, könnte ich sein. Wirklich. Bin ich aber ganz und gar nicht. Zufrieden bin ich erst, wenn Millionen Menschen meine Bücher lesen. Wie lange ich dann zufrieden bin? Ja, wahrscheinlich auch nicht ewig. Aber egal. Erst mal wäre ich zufrieden. Glücklich? Glücklich bin ich, wenn ich manisch bin. Oder auch – was gesünder ist – wenn mein Sohn sagt: „Papa, ich liebe dich!“ Mein Sohn macht mich glücklich. Ich bin auch schon glücklich, wenn ich Komplimente für „Im Wahn der Zeichen“ bekomme. Gedichte liest ja kaum noch jemand. Und doch – gerade die Gedichte sind es, die mich weltberühmt machen. Denn aus Gedichten besteht der Weltbestseller. Reime. Will keiner mehr lesen, heißt es. Meine Reime schon … denn sie kommen vom Thron   ! Sie bewegen.

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