Schreib mir ruhig

Die Zeit verstreicht. Sie rennt und rennt und rennt. Wir gehen mit ihr. Wir rennen mit ihr. In den Gedanken sind wir gar viel schneller. Oftmals sind wir schon beim dritten Schritt, statt beim ersten. Wir stolpern. Fallen auf die Nase. Glück, wenn wir uns wieder erheben und neu starten können. Bei Schritt 1. Einen Fuß vor den anderen gesetzt. Achtsam. Nie zu schnell. Auch nicht im Gedanken. Soll nicht heißen, dass man sich nicht das Ziel vorstellen sollte. Das Ziel, das sich jeder selbst auferlegt. Tagträume sind erlaubt, sind wichtig, geben Ansporn, bebildern das Ziel. Stellst du es dir immer wieder positiv vor, näherst du dich ihm mit jeder Sekunde. Nicht alle Ziele sind zu erreichen. Nicht jedes Ziel ist erreichbar. Und doch beglückt es, sich auf den Weg nach einem zu machen. Steine legen sich dir in den Weg. Bei manch einer Leiter fehlt eine Sprosse. Es gibt Gabelungen, Irrwege – Entscheidungen sind zu fällen. Spontanität ist gefragt. Ideen. Zeichen zeichnen deinen Weg. Göttliche Zeichen. Befrag das Universum. Wenn dir danach ist, deute ruhig. Eine Deutung hat stets eine Bedeutung. Oder? Sind Zeichen Einbildung? Für den Seher und Hörer auf keinen Fall. Befrag dein Herz. Achte die Stille. Ein Geräusch rüttelt dich vielleicht ganz wach. Weckt dich auf. Und wieder kommst du deinem Ziel einen Schritt näher. Kannst du es schon sehen? Kannst du es schon in der Ferne erblicken? Es spüren? Es fühlen? Riechen? Du biegst um die Ecke – und da steht er – der Imbisswagen, an dem du deinen Hunger stillen kannst. Iss dich nach Herzenslust satt. Dann hast du vorerst Ruhe. Mach es wie der Löwe: Hat er sich gesättigt, ist jedes Tier vor ihm sicher. Bis sein Magen wieder anfängt zu knurren. Knurrt deine Seele? Dein Herz? Höre in dich hinein. Versuch es zumindest. Wir Menschen sind keine Einzelgänger. Wir brauchen das Gegenüber. Wir brauchen andere Menschen, mit denen wir uns austauschen können. Nüchterne, klare Menschen am besten. Keine besoffenen, lallenden, aggressiven Prolls, die am nächsten Tag von nichts mehr wissen. Oder von nichts mehr wissen wollen. Menschen, die dir peinlich sind, meide. Die dich bloßstellen, dich lächerlich machen, dich erniedrigen usw. Geselle dich zu lustigen Menschen. Nicht zu Räubern, Ganoven, Schlägern. Vergiss die Menschen, die dir immer und immer wieder das Gleiche erzählen. Öde. Nur öde. Du kannst dir Verwandte, Nachbarn, Kollegen nicht aussuchen. Doch Freunde schon. Freunde braucht man. Ich weiß, ein immerwährendes Thema bei mir – die Freundschaft. Eine Handvoll reicht aus. Und ein paar gute Kumpels. Und auch ein paar flüchtige Bekannte, mit denen du dich ab und zu triffst. Wahre Freunde gibt es nicht so viele. Hast du eine Handvoll, ist es mehr als genug. Hauptsache, du kannst dich auf sie verlassen. Hauptsache, du kannst ihnen vertrauen. Dies, sei dir sicher, wird sich im Laufe des Lebens herausstellen. Teilt die gleichen Interessen, die gleichen Hobbys. Freundschaften können so unglaublich leicht sein. Ich freue mich sehr, dass ich heute Abend diesen Beitrag verfassen kann. Mal wieder etwas anderes, als an meinen Briefen zu feilen. Seit kurzem bin ich im Genuss einer wundervollen Brieffreundschaft. Das ist etwas, das ich mir schon sehr sehr lange gewünscht habe. Der erste Brief kam zu mir. Er flatterte in mein Postfach. Postfach 101010 – 30975 Pattensen. Kommt ein Brief von dir, schreibe ich vielleicht zurück. Vielleicht. Ich weiß es noch nicht. Ich weiß nicht, was morgen ist. Derzeit liegt ziemlich viel an. Auf jeden Fall freue ich mich über Post. Versuch es ruhig. Ja, fühl dich angesprochen. Alle ein bis zwei Wochen fahre ich nach Pattensen und öffne das Fach. Manchmal ist es nur schwarz und leer. Wenn ich erst berühmt bin, wird es knapp. Wenn. Wir werden es sehen. Sagen wir lieber, wenn ich endlich einen Verlag gefunden habe und mein erstes Buch auf dem Markt ist. Ruhm. Ohne h ist mir sehr bekannt. Ich mag guten Rum sehr gern. Ich schreibe, wie es gerade kommt. Meine Finger knallen auf die Tasten. Ohne zu überlegen. Die Gedanken strömen zeitgleich zum Tippen. Heute jedenfalls ist es so. Schrott? Nun gut. Dich zwingt keiner. Du musst mich nicht lesen. Du bist völlig frei in deiner Entscheidung. Prost! Ich freue mich auf den nächsten Beitrag, für heute mache ich Schluss.

Liebe Grüße

Henning

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