Scheißegal

Mittwoch, 20.30 Uhr

So, ist mir jetzt scheißegal. Prost! Auf das Leben! Auf euch alle! Einen Tag habe ich immerhin nichts getrunken. Und was ist passiert? Gar nichts. Einfach nichts. Leere. Die Meditationsmeister und Gurus lehren ja Leere. Ich trinke einfach mal einen Tag nicht und bin leer. Schön war es nicht. Es war mir egal. Egal war mir aber nicht, dass mir nichts Schreibbares für den Blog eingefallen ist. Und war ich heute morgen fitter? Tja, vielleicht etwas, aber nicht der Rede wert. Alle Alkoholiker sollten diesen Artikel nicht lesen. Zu spät – hätte ich wohl am Anfang schreiben müssen. Wenn ich in diesem eleganten Glas den roten Wein sehe, dessen Oberfläche  leicht an den Rand schwappt, wenn ich auf die Tasten haue, macht mich das glücklich. Und dann der zarte blumige Geschmack. Die angenehme Temepratur und ein paar Minuten später die Leichtigkeit. Ja, mich macht der Wein nicht schwer, wenn ich nicht zu viel trinke, sondern er erhebt mich sonst wohin. Wein, Whisky, Zigarre, guter Käse, gute franzsösische Salami, Rinderfilet, Lammrücken usw. Von allem nicht zu viel, von jedem ein Genuss. Kann man das so schreiben? Ist mir jetzt auch egal – ihr wisst, was ich meine.

Achso, ich habe Ulysses angefangen. Keine ganz leichte Kost. Ich bin gespannt, ob ich’s durchlese. Für den Notfall liegt auch noch das Buch über Udo von Stuckrad-Barre auf dem Nachttisch, und noch einiges mehr. Von der ZEIT bin ich erst mal weg, ich nehme mir die Zeit nicht, sie zu lesen. Schade eigentlich. Aber auch scheißegal. Das Leben geht auch ohne weiter. Man muss nicht alles im Detail wissen, sagt Udo. Ich gebe ihm recht. Ich kann mir sowieso nicht so viel merken, das merke ich vor allem immer an meinen eigenen Büchern. Wie oft muss ich sie lesen, bis auch alles logisch verkettet ist. Mit zwei, drei Mal lesen komme ich lange nicht aus. Eher zehn Mal und öfter. Und das bei nur 300 Seiten. Was müssen Schriftsteller im Kopf haben, die um 1000 Seiten schreiben! Sie müssen vor allem Kondition und Zeit haben. Sie müssen sich Tag und Nacht mit dem Werk während der Schreibzeit beschäftigen. Da sind Gedichte schon einfacher. Und nicht mal die taugen oft was. Es gibt so viel Scheiße auf der Welt. Katastrophal. Lyrik – ich verstehe nichts von Lyrik, bin ich zu doof zu. Scheißegal – ich lebe noch. Kaum zu glauben. Was soll ich eigentlich mit meinen 1000 Gedichten anfangen? Ich habe keine Lösung. Vielleicht werden sie ja gelesen, wenn ich tot bin. Oder noch sehr viel später, in 200 Jahren, falls es dann noch menschliches Leben auf der Erde gibt. Wir können ja davon ausgehen, dass es in 80 Jahren kein sauberes Trinkwasser mehr gibt. Aber Trump weiß es ja zum Glück besser. Ist ja alles Aufgebausche, nichts ist wahr, was die Umweltforscher erforschen. Weg damit. Sollten lieber Arbeitsvermittler werden. Das ist mir jetzt aber ehrlich gesagt überhaupt nicht scheißegal! Ist ja auch egal jetzt.

Merkt man, dass ich mir gerade das zweite Glas eingeschenkt habe? Ab morgen hört das auf. Dann bin ich wieder leer, und der Blog bleibt auch leer. Ist ja auch nicht das Schlechteste.

Ich wünsche euch einen erholsamen Abend und eine gute Nacht. Bis demnächst   !

Heute, am Donnerstag, waren schon 83 Leser auf dem Blog. Gestern waren es 54. Danke. Heute ist der Artikel über mich aber auch auf ZEIT-Online zu lesen. Viel Freude dabei   !

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