Ein Gläschen

Na ja. Noch ist die Flasche zu. Sie steht hinter mir. Das Weinglas auch. Schlanker, langer Stiel, elegant, sauber, man kann sich drin spiegeln. Es ist halb neun, mit dem Roman komme ich ganz gut voran. Noch habe ich nichts Neues geschrieben, noch lese ich das schon Vorhandene. Ich finde es nicht schlecht – was soll ich auch sonst sagen!

Jetzt ist der nächste Tag – Mittwoch, elf Uhr. Ich war gestern zu kaputt, um die richtigen Worte zu finden. Oder zu nüchtern! Wahrscheinlich beides.

Das Wetter nervt mich an. Jetzt scheint gerade mal die Sonne kurz, aber der Wind ist rau und kalt. Die armen Menschen, die bei diesem Wetter draußen arbeiten müssen. Wisst ihr: Marius Müller Westernhagen hat früher in seinen Interviews immer betont, wie hart er arbeitet. Das stimmt. Ich würde die vielen Monate im Studio Tag und Nacht nicht durchstehen, die Videodrehe und erst recht nicht die Touren. Keine Frage, harte Arbeit. Dafür ist er aber auch Millionenschwer. Vielleicht wollte er sich auch für sein Geld rechtfertigen. Er kann ja nicht einmal etwas dafür, dass er so viel verdient, ehrlich. Keiner würde sagen: Stopp! Das ist mir zu viel Geld!  Aber ein Straßenbauarbeiter, der zwölf Stunden bei sengender Hitze Asphalt aufreißt und dann auf einer Teermaschine sitzt, arbeitet garantiert härter. Von so einem habe ich noch kein Interview gelesen. Das wollte ich nur mal kurz loswerden. Manchmal ist es besser, zu schweigen und nichts von seiner harten Arbeit zu erwähnen. Fußballer, Rockstars, berühmte Schauspieler und Schriftsteller verdienen für ihre Arbeit zu viel. Aber wir sind es, die sie dabei unterstützen. Wir gehen ins Stadion, zu Konzerten, ins Kino, lesen Bücher, genießen ihre Arbeit und ihre Werke. Also dürfen wir uns auch nicht beschweren. Aber aufregen darf man sich ja mal. Man darf sich über alles aufregen, nur krank davon machen lassen sollte man sich nicht. Man darf auch neidisch sein, finde ich. Aber nicht missgünstig. Missgunst verhärmt einen. Man kriegt tiefe Falten und Furchen, ist verbittert und unglücklich. Davon gibts Millionen Menschen. Manche von ihnen erkennt man. Ehrlich, jeder hat sein Leben in der Hand. Damit meine ich nicht die Menschen, die vom Schicksal gebeutelt sind. Flüchtlinge, Kranke … Aber die Menschen, die gesund sind, sind selbst für sich verantwortlich. Es gibt etliche Möglichkeiten. Klar, der eine wächst in einem reichen Elternhaus auf, der andere in einem armen. Das meiste bekommt man von Vater und Mutter mit. Was schwafel ich hier eigentlich für eine geschwollene Scheiße! Ich sags ja: Einfach mal Fresse halten   !

Das gilt für jeden  !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.