Scheiß auf Esoterik

Nee, echt, ich habs versucht. Ich wollte für Kohle schreiben, für das ganz fette Geld, wollte den ganz großen Reißer bringen – bis Seite 10 bin ich gekommen, obwohl hier schon die Vorlage von 1996 liegt. Ich bin nicht in der Stimmung, ein esoterisches Ding zu bringen, vielleicht in ein paar Jahren, oder dann, wenn ich weniger aggro bin. Es gibt so viel Scheiß auf der Erde, besser ich verschone euch mit noch mehr Scheiß, und schreibe lieber das, wonach mir wirklich ist. Die ganzen Nazis gehen mir voll auf die Eier, die ganzen Pisser, die nichts sehen und nichts hören. Die Egos. Die Egozentriker erst recht. Tunnelblick. Die Ökonazis sowieso, die ihre alten Diesel fahren, aber Plastiklatschen tragen usw. Die Arschlöcher, die Gettos für Flüchtlinge außerhalb der Städte bauen wollen, um sie auszugrenzen. Die RTL 2-Süchtigen. Im nächsten Buch lasse ich alles raus. Ich verschiebe auch „Im Wahn der Zeichen“ nach hinten. Vielleicht gelingt mir ja was, mal sehen. Der Titel steht diesmal schon, das Cover reift ab heute bei meinem guten Freund und Gönner Jean Coppong im Kopf. Jetzt fehlt nur noch der Text – 200 Seiten reichen, mehr braucht man nicht, um die ganze Scheiße auf den Punkt zu bringen. Der Anfang ist auch schon gemacht, fliegt hier irgendwo in einem meiner Tagebücher rum. Ich freue mich drauf, den Hass rauszulassen, der immer stärker wird. Ich kann so vieles nicht verstehen, immer schön lächeln, immer zu allem ja und amen sagen, mitschwimmen im großen Strom. Nicht auffallen, und Schiss haben, jemand zu beleidigen, auf die Fresse zu kriegen. Das Buch muss losgehen wie Donner. Der Plot muss reinknallen wie Dynamit. Nichts mit um den heißen Brei schreiben, direkt sein, für jeden verständlich. Heile Welt gibt es noch, aber die Erde ist im Arsch. Voll im Arsch. Heile Welt im eigenen Kopf, das ja, aber wenn man anfängt zu verstehen, wird einem schlecht. Ich feiere trotzdem noch, klar, ich rauche und trinke und höre Musik. Ich verschone meinen Sohn mit der ganzen Scheiße weitesgehend. Gestern war meine Mutter syrisch essen, in einem großen Restaurant in Hannover, ich habe sie reingebracht und später wieder abgeholt. Was für freundliche und herzliche Menschen da im Restaurant waren! Und wie wunderschön die Männer und Frauen sind! Und wie sie gestrahlt haben. Ja, aber nur in ihrer kleinen Welt im Restaurant, schauen sie auf ihr Land, kommen ihnen die Tränen. Alles zerstört. Kein Zuhause mehr.  Und wofür? Für Geld, Geld, Geld! Und Götter! Und Macht! Und Macht! Und Macht! Krank. Egal jetzt, ich hör jetzt auf. Mache Schluss für heute   .

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