Ja, Tiere sind wir

Ich streichele über die Tasten. Habe nichts mehr zu sagen. Bin auf dem Boden. Jeder Satz sitzt. Bin genügsam. Rauche. Schreibe. Trinke. Esse. Liebe. Langweilig ist mir nicht. Alles ist gesagt, alles ist geschrieben. Nun warte ich.

Alle drehen durch. Die Politiker. Die Diktatoren. Wir steuern nicht auf den Weltfrieden zu. „Menschen gehen auf die Straße, und sie singen auch ein Lied …“ Für die Freiheit. Für die Demokratie. Zu gut. Uns geht es zu gut. Wie lange noch? Wie lange noch geht es uns zu gut? Warum geht es ausgerechnet uns zu gut? Warum kleben Millionen von Menschen an ihrer Kohle fest? Warum gibt es Menschen, die zehn Millionen Dollar besitzen und sagen, Reichtum sei relativ? Manche Dinge sind nicht zu verstehen.

Auch wenn du einen großen Namen trägst, heißt das nicht, dass man dich kennt. Du giltst halt als krank. Manche meinen, du könntest ihnen gefährlich werden. Bist eben verrückt. Scheinbar unberechenbar. Dabei läuft es doch gerade so gut. So normal. Und keiner glaubt dir. Aus dem einfachen Grund, weil du so oft in der Klapse gesessen hast. Aber von Stigmatisierung will keiner was hören. Will keiner was wissen. Genauso wenig wie von Feigheit. Oder von Ausländerfeindlichkeit. Und wie ist es, wenn der Schrottwagen vor deiner Tür hält und Vater, Mutter und Tochter dich aus ihren schwarzen Augen groß anschauen? Oder wie es ist es, wenn eine schwarze Familie durch mein kleines Dorf spaziert? So wie wir hier aufwachsen, in diesem Luxus, in diesem Deutschland, kann man ganz schnell zum Fascho werden. Achte auf deine Gedanken. Keine Vorurteile? Keine fiesen Sprüche in deinem Schädel? Dann Hut ab. Du wehrst dich dagegen. Du willst diese Gedanken nicht. Und wenn mit dir zwei vollverschleierte Frauen im Flix-Bus nach Berlin reisen? Kein komisches Gefühl? Keine Sekunde? Oder etwas doch die ganze Fahrt über? Wo ist die Freiheit deines Herzens? Die Leichtigkeit deiner Gedanken? Schwer. Wir machen es uns so schwer. Ich glaube, es gibt nur einen Gott. Und dieser Gott, der Eine, ist die vollendete Liebe. Kein Gott verlangt Krieg.

Deutschland hat weltweit von 2009 bis 2015 das allermeiste Tropenholz importiert. Deutschland vertreibt weltweit mit die meisten Waffen. Wie kann man auf ein Land stolz sein? Ich empfinde tiefe Scham. Und klar – ich widerspreche mich. Denn auch ich würde einen Benz fahren. Und na klar – ich widerspreche mich – auch ich würde den Anhalter im Regen nass spritzen. Was können wir ändern? Wenn wir nicht alle an einem Strang ziehen, gehen bald die Lichter aus. Alle. Wozu sind Kriege da? Wir wissen es. Tiere sind friedlicher als wir. Ja, Tiere sind wir! Jaja. Ich bin müde. Die Themen sind schwer. Für uns Erwachsene jedenfalls.

Gute Nacht

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