Vielen vielen Dank

Liebe Leserinnen und Leser!

Mit Freundlichkeit kommst du am besten durchs Leben. Bist du freundlich, ist man freundlich zu dir. Du bekommst Geschenke, mit denen du nie im Leben gerechnet hättest. Ganz unverhofft, völlig unvorbereitet bekommst du etwas geschenkt. Strahlst du Neid, gar Missgunst oder sogar Hass aus, sieht man dir deinen Gram bald an. Deine besten Freunde wenden sich von dir ab. Beiß dir lieber auf die Zunge, bevor du über Menschen urteilst, die du vielleicht nicht einmal kennst, denen du im Leben nie begegnet bist. Vor allem, wünsch niemandem eine Krankheit oder sogar den Tod. Hör dir in aller Ruhe andere Meinungen an und versuch in dich zu gehen, um nicht pampig zu werden, wenn du nicht aufstehen und gehen magst. Halt dich im Zaum. Behalte stets die Kontrolle. Werde nicht beleidigend. Und sei nicht beleidigt, wenn es nicht direkt um deine Person geht. Manchmal ist dieser Weg nicht leicht zu gehen. Jeden Tag werden wir mit zig verschiedenen Meinungen konfrontiert. Dreh deine Nase nicht mit dem Wind. Bleib standhaft. Das heißt aber nicht, dass du deine Meinung nicht jederzeit ändern darfst. Wenn du mit einem reinen Herzen gehst, steht deine Meinung fest. Wenn du mit einer zufriedenen Seele gehst, steht deine Meinung felsenfest. Jedenfalls die, die im Zwischenmenschlichen stattfindet. Bitte um Verzeihung. Lehne eine Entschuldigung nicht gleich kategorisch ab, bevor du ein paar Nächte drüber geschlafen hast. Du hast nicht viele Freunde. Im Alter werden es naturgemäß mit jedem Jahr weniger. Du könntest es schneller bereuen als du glaubst, mit einem Menschen vor seinem Tod nicht gesprochen zu haben. Oder nicht mehr gesprochen zu haben. Dann sag ihm lieber deine Meinung, trink mit ihm ein Bier, sprich dich mit ihm aus, hör dir an, was er zu sagen hat, und sprich über das, was dich so sehr beschäftigt. Bleib um Gottes willen ruhig dabei. Wenn irgend möglich, versöhnt euch. Gleiches zieht Gleiches an. Wenn du strahlst, wirst du angestrahlt. Pass nur auf, dass das Strahlen ein ehrliches ist. Du musst nicht wie bescheuert über den Schulhof schreiten und allen deine ekligen Zähne zeigen, in der Hoffnung, dass man dir deine Frustration nicht ansieht. Dann solltest du dich nicht wundern, wenn keiner zurückstrahlt, jedenfalls nicht ehrlich. Sei ehrlich in deiner Ausstrahlung. Schlaf abends mit einem guten Gewissen ein. Spüre nach, ob im Bauch alles okay ist. Du musst frei in den Tod gehen. Es gibt Dinge, die du bereust. Entweder, weil du sie getan hast, oder eben, weil du sie nicht getan hast. Schließ, bevor du einschläfst, damit ab. Jeden Abend wieder neu. Viele Fehler wirst du dein Leben lang wiederholen. Und meistens bekommst du ein Leben lang täglich wieder eine neue Chance sie sein zu lassen. Wenn du diesen Schritt auf deinem Weg schaffst, wenn du einen großen Ausfallschritt wagst, oder einen Sprung, dann bist du gleich zwei Schritte weiter. Es ist schrecklich mit einem Druck im Bauch einzuschlafen. Manchen Menschen aber bleibt gar keine Wahl. Sie müssen stehlen, dealen, sogar töten, damit sie überleben können. Damit sie überleben können. Hängen sie am Leben, werden sie auch allzu oft zu Verrätern. Wer hat keine Angst vor dem Sterben? Wer hat keine Angst vor dem Tod? Wer hängt nicht am Leben? Ja, schwerkranke Menschen. Ja, ganz ganz alte Menschen. Alle anderen hängen am Leben. Auch ein Selbstmordattentäter hängt am Leben – am ewigen – im Paradies. Mit was weiß ich wie vielen Jungfrauen. Wie gutgläubig muss man eigentlich sein. Von Kindheit an werden wir in unsere Richtungen gesteuert. Ich sage, nicht jeder hat die Chance, die Richtung zu wechseln. Das Rad hängt schwer und tief auf der Schiene, die in genau die eine Richtung zielt. In die Richtung, die schon vor Jahrtausenden vorbestimmt wurde. Eine einzige Richtung scheint für denjenigen richtig, der schon als Kleinkind in den einen Waggon gesetzt wurde, um mit ihm zum Ziel zu fahren. Was ist das Ziel? Das Ziel kann es unmöglich sein, einen einzigen Menschen in den Tod zu reißen. Aber das Ziel kann es sein, einem Menschen ein Stück Brot zu reichen. Damit er nicht stirbt. Wie dem auch sei – wir sitzen alle in einem Boot. Wir sind ganz gang kleine Leuchten.

Jetzt möchte ich euch noch kurz mitteilen, was ich in den letzten Wochen so getan habe. Geschrieben. An meinem Brief. Gearbeitet. In meinem Job. Geliebt. In meiner Familie. Von morgen an schreibe ich eine Serie für Netflix oder einen anderen Anbieter. Und wenn ich auch wieder nur für mich schreibe, so ist das auch okay. Dann landen die Skripts bei den anderen. Ich muss grinsen. Weil hier so viele Schätze liegen. Und keiner glaubt dran. Höchstens ein paar gute Freunde und Freundinnen. Die mich natürlich persönlich kennen. Aber sonst glaubt keiner dran. Sonst wäre schon längst ein Verlag aufmerksam geworden. Keiner von uns kann es ändern. Vielen vielen Dank für eure Treue bis hierher. Vielen vielen Dank.

Herzliche Grüße

Henning

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