Ihr gebt mir das Gefühl, gehört zu werden !

Das Leben ist ernst genug. Dennoch kann man nicht aus allem einen Scherz machen. Kann man schon, kommt aber nicht immer gut an. Mit F25 gehe ich zum Teil sehr ironisch zu Werke, so habe ich im Laufe der letzten dreißig Jahre gelernt, mit meiner Krankheit umzugehen. Über mich selbst zu lachen, über die vielen Schoten, die ich gebracht habe. Solange du keinem schadest, solange du keinen in die Scheiße ziehst, geht es. Aber es bleibt nie aus, dass du nicht zumindest Sorgen verbreitest. In deiner Familie, bei deinen Freunden und Bekannten, auch bei Pflegern, Ärzten und Therapeuten. Die Angehörigen stehen oft, egal von welcher Krankheit man heimgesucht wird, vor einem Scherbenhaufen. Alles kann kaputt sein – von jetzt auf gleich. Das Leben verläuft von einer Sekunde zur anderen auf nicht vorhersehbaren Bahnen. Selbst wenn man gesund ist, weiß man ja nicht, was morgen sein wird. Man kann erahnen, hoffen, glauben, denken so viel man will – es ist immer etwas anders, wenn es dann da ist. Was ich sagen will, ist, dass das Leben kein Spiel ist. Es kann Spaß machen, du kannst dich freuen, über so viele Dinge, aber das Leben an sich selbst ist ernst und hart. Wir sind nicht „nur“ zum Vergnügen hier. Es kommt drauf an. Auf dich. Auf uns alle am Ende. Es kommt jetzt drauf an, was wir aus dem Leben machen. Aus dem Leben der ganzen Erde. Wie lange geben wir ihr noch? Wie lange gibt sie und uns noch? Es ist schön, und auch gesund, sich durch Scherze und Witze ablenken zu lassen, für eine gewisse Zeit, für einen Abend, ein Wochenende … aber der Ernst holt uns immer wieder ein. Irgendwann. Er erwischt jeden von uns.

Ich weiß nicht, wo ich mich gerade auf meinem Weg befinde. Ich habe das Gefühl, ich habe der Welt was zu sagen. Weil ich weiß, wie es ist, wenn es einem richtig schlecht geht, weil ich weiß, wie es in der Hölle ist. Weil ich aber auch weiß, wie es im Himmel ist. F25 gibt mein Seelenleben in vielen Details wider. Das Schreiben des Buchs war für mich eine wahre Therapieform. Und jeden Tag erfüllt mich das Arbeiten an meinen Texten erneut. Ich schreibe gern humorvolle Sachen, ehrlich, aber ich glaube, das überlasse ich von nun an Leuten, die der Welt auf ihre Art was zu sagen haben, auf die lustige Art. Mir rennt die Zeit davon, mich mitzuteilen. Ich beschließe gerade, meinem Wirken und somit meinen Werken mehr Ernsthaftigkeit mitzugeben. Das heißt nicht, dass ich meinen Humor verlieren werde. Das geht nicht. Dafür lache ich zu gern. Mit dir, über dich, wegen dir … Ich sehe es aber nicht als meine Aufgabe, dich zum Lachen zu bewegen. Ich sehe es vielmehr als meine Aufgabe, dir bewusst zu machen, dass man Mitzudenken und Nachzudenken hat. Dies sehe ich als den Sinn meiner ernsthaften Schreibarbeit. Wenn ich während meiner Tätigkeit, mit den Senioren, einige von ihnen zum Lachen bringen kann, ist das gut, wirklich. Und auch wenn ich mit Freunden am Stammtisch sitze, soll der Humor nie zu kurz kommen. Aber das, was ich hier tue, das, was ich euch mitgeben kann, ist so viel mehr. Mit 50 hat man langsam was zu melden. Bei mir ändert sich ganz viel gerade. Mit 50 wollte ich schon lange reich sein, jedenfalls finanziell total unabhängig. Das hat nicht ganz geklappt. Aber was ich geschafft habe, ist, dass ich gelesen werde, seit zweieinhalb Jahren in diesem Blog. Ihr gebt mir Kraft, Inspiration, Kreativität. Ihr seid meine Ideen. Ihr füllt meinen Geist. Ihr gebt mir das Gefühl, gehört zu werden. Danke. Hier kann ich Wut und Freude rauslassen, hier kann ich schreiben, was mich bewegt.

Soweit erst mal   .

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