Glück ist Glück

Wie es im Roman weitergeht, weiß ich. Wie es im Leben weitergeht, nicht. Keine Ahnung, wie ich in zwei Minuten denke. Das ist die Freiheit des Künstlers. Sie liegt vor dir, heb sie auf. Nimm sie mit. Lass dich von ihr leiten. Sie weiß, was gut für dich ist. Sie fragt nicht, wie es weitergeht. Sie denkt nicht an gestern. Freiheit ist Freiheit, ist im Augenblick. Sobald du dir einen Plan machst, fängst du dich. Lehn dich zurück, du kannst eh nicht mehr tun, als im Moment zu leben. Leb ihn. Genieß ihn. Mehr als eine Sache kannst du kaum vollbringen. Du brauchst keinen Plan, du brauchst Träume. Solange ich dich kenne, träumst du denselben Traum in Millionen Facetten. Es ist derselbe Traum, der von Kindheit an in dir steckt. Vielleicht hast du ihn mitgebracht. Vielleicht gilt es, ihn zu verwirklichen. Wie lange hast du Zeit? Wird er sich eines Tages erfüllen, ist die richtige Zeit da. Ob er sich mit dreißig oder sechzig oder neunzig erfüllt – Glück ist Glück.

Es ist drei Uhr acht. Seit vierzig Minuten sitze ich auf meiner Terrasse. Derzeit lebe ich in einer derben Medikamentenumstellung. Langsam steige ich nicht mehr durch die Pakte mit den bunten Pillen. Die Apotheke ist der Kiosk, in dem ich mit vierzehn bunte Tüten gekauft habe. Wann bin ich echt? Wie ist es, echt zu sein? Das Echt ist stark. Wenn es soweit gekommen ist, dass die Gefühle aussetzen, hast du das große Scheißlos gezogen. Die Gefühle des Bipolaren sind jedoch stärker als die Tabletten. Pech für diejenigen, die nur das Tal kennen. Manche Menschen entkommen ihm nicht. Niemals mehr sehen sie Licht.

In mir scheint es nicht nur zu scheinen, es scheint. Es strahlt. Natürlich knallt hin und wieder die Lampe durch. Die Sicherung springt raus.

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