Fußball oder Blog?

Heute spielt Dortmund gegen Hertha. Haben vor zehn Minuten angefangen. Und 96 gegen Frankfurt. Dortmund wird übertragen, 96 nicht. Ich hatte vor, mir das Dortmund-Spiel anzusehen. Aber jetzt kommt mir gerade die Idee, dass ich besser das Radio anmache und 96 höre. Außerdem läuft auf NDR 2 Soundcheck Musikszene Deutschland – höre ich ganz gern. Manchmal sind nette Gäste da. – Heute nicht. Mich nervt das Gedudel im Hintergrund auch sofort beim Schreiben. Ist nicht mein Ding, schreiben bei Musik. —- So, 96 hat 1:2 verloren, hatte in der letzten Minute der Nachspielzeit noch die Elfmeter-Chance … und ich habe mir in den letzten anderhalb Stunden schön einen reingeknallt, Radio gehört und tonlos Dortmund gesehen. 1:1 – Verlängerung. Havana Club-Cola getrunken. Davor Wein. Hatte ich lange nicht mehr. Ist auch egal jetzt. Ist auch egal … bis morgen   !

Der nächste Abend.

Morgen zwischen 10-12 Uhr läuft auf SWR 1 in der Sendung „Leute“ mein Interview. Ich werde es mir wohl selbst auch anhören, um zu lernen. Mir fällt im Nachhinein auf, dass ich manche Fragen nur halb beantwortet habe, weil Herr Heim schon die nächste Frage auf den Lippen hatte. Beim nächsten Mal würde ich mir für die Antworten mehr Zeit einräumen. Ich wünsche euch trotzdem viel Freude und neue Eindrücke beim Zuhören und Nachdenken.

Hier mal wieder ein „Jack Daniel’s“-Text:

Was für ein schöner Morgen!

Die Zigarre schmeckt nach Kuhfurz. Sie hat n Zwanziger gekostet. Die Cola im Whiskey schmeckt schal und warm. Mir ist eiskalt. – Meine Wohnung ist fast leer, sie hat das meiste mitgenommen. Auch meine Whiskeysammlung. Die Mischung von gestern im kleinen Glas hat sie stehenlassen. – Draußen sind 20 Grad – mir ist trotzdem kalt ohne Bett und Decke. Ich brauch ne Wärmflasche. Am besten sie ist rot und weich. – Wo ist meine Contessa? Ich stehe vom enizigen Stuhl auf und gucke mich um. Müll, Dreck, Müll, Dreck, und in der Ecke die graue Katze, Elke. Sie schläft. Sie schnarcht. Hoffentlich wird sie noch abgeholt. – Da steht meine Schreibmaschine ja, ein leerer Bogen steckt noch drin. Ich stelle sie mir auf den Schoß und versuche mich wie ein Schriftsteller zu fühlen. Dazu den letzten Tropfen. Ich schreibe: Die Depression ist nicht mein Freund. Wegen ihr ist sie abgehaun. Schnauze voll von meinem Selbstmitleid. Bevor ich in die Klape müsse, verpisse sie sich lieber zu Bernie, was solle sie noch hier?, sagte sie. – Mehr fällt mir jetzt nicht ein. – Ich stehe auf, packe die Contessa zurück in den Koffer und verlasse die Wohnung. Kaufe mir unterwegs ein paar Bögen Papier und setze mich auf eine Bank im Park. Mir wird wärmer, die Vögel unterhalten sich. Die haben gut lachen. – Schöne Frauen, die joggen und bunte Sportklamotten tragen, gesunde Männer und sich liebende junge Leute. – Ich grinse für einen Augenblick. Was für ein schöner Morgen   !

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