Es geht voran

Es geht voran mit dem Roman. Ich freue mich sehr. Lange hatte ich nicht mehr so viel Energie. Und ich kann sogar abends ein paar hundert Wörter schreiben, wenn ich nüchtern bleibe. Ich habe immer noch nicht den perfekten Tee gefunden, aber morgen besuche ich den Biomarkt in der nächsten Kleinstadt und versorge mich mit Kräutertees. Ich will da gar keine großen Rituale draus machen – Beutel ins Wasser und gut. Natürlich habe ich auch immer einen guten schwarzen Tee im Haus, lose, den man drei Minuten ziehen lässt. Tee puscht mich mehr, als Kaffee. Wenn ich nachmittags einen Schwarztee trinke, kann ich abends garantiert nicht einschlafen. Jetzt trinke ich gerade Früchtetee. Ich finde, Tee passt auch fantastisch zu einer Zigarre, vor allem schwarzer Tee. Schwarzer Tee soll auch hervorragend zu Whisky passen, sagte mir erst kürzlich ein Kenner. Ehrlich Leute – das Leben ist wundervoll. Es ist das größte Geschenk auf Erden – oder im ganzen Weltall. Wer weiß. Ich liebe es jedenfalls. Was für ein Glück! Das Paradies ist doch hier auf Erden. Klar, die Hölle auch. Ich habe das Glück, ein Stück Paradies in meinem jetzigen Leben genießen zu dürfen. Wie egoistisch sich das anhört. Ich merke schon – die ersten Frühlingsgefühle keimen auf. Alle manischen Phasen hatte ich im Frühjahr. Gefährliche Zeit. Aber sehr schön. Ich will nicht noch mal manisch werden, ein leichtes Hoch über mehrere Wochen reicht mir vollkommen. Davon zehre ich bis zum Herbst. Dann kommt die Dunkelheit – und zack – kommt schon wieder das Licht. Ich finde den Februar am Schlimmsten. Sturm, Regen, Frost … Allerdings ist jetzt der März schon ganz nahe. Ein riesiger Hoffnungsschimmer. Der April wird meistens wild. Nicht nur draußen, sondern auch in mir. Da toben die Hormone durchs Hirn. Dopaminalarm. Achtung, Achtung, hier spricht die Feuerwehr. Springen Sie nur dorthin, wo es weich ist. Und springen Sie bald, sonst fliegen sie weg!

So habe ich mir jetzt zwei Yogitees gekauft. Einen für den Abend, einen für den Morgen. Ich gucke gerade raus – es schneit, ist etwas windig und sehr ungemütlich. Ich möchte noch einmal kurz auf die Hölle und das Paradies zu sprechen kommen. Schaut man in viele Länder Afrikas, könnte man, so wie die Menschen dort „leben“, diese Länder als Höllen bezeichnen. Auf jeden Fall ist es höllisch, was die Menschen dort durchmachen müssen. Da haben wir hier doch wirklich bis jetzt riesiges Glück. Wir können uns nicht vorstellen, was es heißt, das Zuhause und die Heimat aufzugeben. Wir können uns nicht vorstellen, was es heißt, geliebte Menschen im Krieg zu verlieren. Kind, Mama, Papa … Die Oma meiner Frau weiß es. Sie ist 94, und manchmal, ganz selten, erzählt sie etwas vom Krieg. Ein Dreiviertel Jahr war sie damals auf der Flucht. „Wenn ihr wüsstet“, hat sie mal gesagt und beließ es dann dabei. Heute gibt es noch genauso fiese Mörder wie damals. Diese Menschen haben den Verstand verloren. Wortwörtlich. Oder nie einen besessen. Klar, in ihrer Welt schon. Kinder werden dressiert, hypnotisiert, sie werden mit Waffen groß, als seien dies Spielzeuge. Der Feind muss erschossen werden. Das ist es, was Gott will. Er liebt nur uns, den Rest der Welt hasst er.

Wir dürften uns nicht groß beschweren. Ich weiß natürlich, dass es hier ganz, ganz viele arme Menschen gibt. Ich weiß auch, dass es Kinder in Deutschland gibt, die nicht genug zu essen bekommen, weil die Eltern keinen Job finden. Aber muss man deswegen in Hass verfallen und einen neuen Führer fordern? Und überhaupt – was können denn die Flüchtlinge dazu! Jeder von uns würde auch flüchten, wenn geschossen wird. Jeder würde ums Überleben kämpfen. Ein besseres Leben wollen. Ein leichteres Leben. Frei sein. Keine Gewalt. Kein Hass.

Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er seine Freiheit findet, ohne andere Menschen zu verurteilen oder zu verletzen oder sogar zu töten. Die Hölle wird nie zu beherrschen sein. Und ein Paradies braucht keinen Herrscher   !

Und jetzt fahre ich in die Zigarrenlounge meines Vertrauens, trinke dort einen Kaffee und genieße irgendeine Robusto. Paradiesisch. Wirklich. Ich bin dankbar   !

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