Ein paar Tage danach

Ich wusste gar nicht, dass man Jim Beam pur trinken kann. Geht aber. Nicht zu vergleichen mit anderen Whiskeys, aber für 10 Euro ist ne Flasche wirklich günstig. In den USA kostet sie um einiges mehr, obwohl sie aus den USA kommt. Zigarren sind auch teurer, es gibt aber viele interessante Sorten. Der Jimi brennt etwas in der Speiseröhre, das liegt nicht am Whiskey, sondern an meiner Speiseröhre, die manchmal nicht ganz in Ordnung ist. Ansonsten ist alles ziemlich in Ordnung heute Abend. Ich hatte einen wunderschönen Tag zu Hause, bin gut vorangekommen im Roman, habe Rasen gemäht und mit meinem Sohn Fußball im Garten gespielt. Die Wanduhr tickt wieder, ich habe sie gestellt und aufgezogen, es ist zehn nach halb zehn am Abend. Vielleicht setze ich mich gleich noch unters Carport und paff ne Cigar, das Leben ist kurz genug. Eine Freundin meiner Frau sagte, man habe beim Blog gemerkt, dass ich endlich wieder Spaß am Schreiben auf Cape Cod gefunden hätte, davor die Artikel wären ziemlich düster gewesen. Schön, so etwas zu hören, denn ich hatte wirklich sehr viel Spaß beim Schreiben. Aber auch hier herrscht Magie, eine andere Art, verzaubert bin ich sowieso. Und überall, wo ich hingehe, ist es auch verzaubert, man merkt es nur nicht immer. Die ganze Welt ist ein einziger Zauber, wenn man so will. Magie. Kraft. Leben. Seele. Herz. Es schlägt gleichmäßig, immer im Rhythmus, wenn es gesund ist, so wie der Sekundenzeiger. Die Uhr tickt und ist rund, das Blut wird durch den Kreislauf im Körper gepumpt. Auf und zu, auf und zu. Alles im Strom, alles unter Strom, alles unter Spannung. (Jetzt ist es schon zwanzig nach elf, bis eben mit einem meiner guten Freunde telefoniert), und ich merke, es könnte eine lange Nacht werden. Auf Cape Cod wäre es jetzt halb fünf am Nachmittag, der Beginn des Tages also. Doch morgenfrüh schreit mich der Wecker in den höchsten Tönen an, der verdammte Scheißwecker, der mir so was von auf die Nerven geht. Ich muss den Müll noch nach vorn zur Straße bringen, das ist Pflicht für heut Nacht. Kein Problem, mach ich mit links. Also werde ich jetzt ne kleine Cigar rauchen und dann den Müll machen. Vielleicht schreibe ich auch noch ein paar Sätze, vielleicht aber höre ich auch nur ne Scheibe, kann ich noch nicht sagen. Am liebsten würde ich noch mit C in Berlin telefonieren, aber der schläft schon, hab ich schon versucht. Ich habs mir überlegt, ich rauche keine mehr, ist mir zu ungemütlich draußen. Jetzt war ich doch eine rauchen, was soll’s. Hin und her, her und hin, meine Gedanken oft wie ein stürmischer Wind, der sich alle paar Sekunden dreht. Um sich selbst. Meistens. Ist auch egal, jedenfalls hab ich keine Lust zu schlafen, bin zu gut drauf, um mich jetzt einfach hinzulegen und abzuschalten, schade um die schönen Ideen. Schade um die Kreativität und Freiheit im Kopf. Nicht unbedingt schön für euch, was ich hier vom Stapel lass, aber schön für mich. Und darum gehts. Ich muss mich gutfühlen, ihr müsst euch gutfühlen, jeder für sich, jeder für sich allein, denn jeder geht den Weg allein. Die Klappe fällt für jeden einzelnen von uns. Auf und ab, auf und ab. Leicht und schwer, leicht und schwer. Und was gibt es dazwischen? So lala. So lala. Oder? Manchmal nimmt man einen Scherz scherzhaft auf, manchmal verletzt einen der gleiche Scherz bis ins Herz. Launisch. Ich bin es jedenfalls. Wir lassen uns alle verbiegen, selbst ein Udo Lindenberg. Von der BILD zum Beispiel. Auch ein Westernhagen. Von der BILD zum Beispiel. Warum tut man das? Hm, keine Ahnung. Oder doch? Redet ja kein Mensch drüber. Ich werde jetzt schlafen gehen   !

Zwei Tage später.

Ich habe den Text oben ein paar Mal gelesen und mich gefragt, ob ich ihn raushaun soll in die Welt. Es ist ja nichts als Blabla. Das Leben plätschert manchmal auch nur so dahin, wie eben manche Filme oder Bücher. Und  viele dieser Filme und Bücher sind gar nicht mal schlecht. Es ist nicht unbedingt nachteilhaft, ein ruhiges Leben zu führen, aber mir persönlich würde es gegen den Strich gehen, ab und zu ein bisschen action muss schon sein. Auch wenn die action nur im Kopf stattfindet. Ein bisschen dopen, ein bisschen sich mit körpereigenen Botenstoffen kicken, keiner sollte es jemandem verbieten. Jeder sollte über seinen Körper Herr sein, wenn man also alt und schlau genug ist, sollte man frei entscheiden können, ob man einen Joint rauchen will oder nicht. Dass man wegen Kiffen angeklagt wird, heute zum Teil noch immer, ist zum Lachen. Vor allem, weil man an jeder Ecke den härtesten Alkohol bekommt, woran im Jahr was weiß ich wie viele Tausend Menschen krepieren. Einen Haschischtoten gab es noch nicht. Da passt was nicht. Wie traurig ist es, Cannabis nicht zu medizinischen Zwecken anwenden zu wollen, aber dafür Morphium. Wie verkehrt ist denn diese Welt! Wer gegen die Legalisierung von Cannabis ist, weiß nicht, wie gesund das Kiffen machen kann. Natürlich kann es auch Psychosen auslösen, schneller als Alkohol, aber die meisten Patienten in den Psychiatrien haben nie eine Droge angefasst. Und keiner weiß, ob die Psychose nicht auch ohne Cannabis ausgebrochen wäre. Ich will hier nichts schönschreiben, von etwas abhängig sein, ist immer übel.

Schon wieder zwei Tage später.

Morgen geht die neue Diät ist die zweite Runde. Bin jetzt bei 106,9, mein Ziel ist es, auf unter 100 zu kommen. 500 Kilokalorien am Tag, mehr nicht. Ich werde euch gelegentlich berichten, wie es läuft   .

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