Ein paar Minuten Zeit

Ich nehme mir jetzt ein paar Minuten, zwanzig um genau zu sein, dann gehts ab ins Bett – Mittagsschlaf. Wie jeden Tag um halb zwölf. Bis 13 Uhr. Die Vormittage sind kurz für mich, um 11 nehme ich spätestens das Psychopharmaka, das mich müde werden lässt. Die Nebenwirkungen. Lieber wäre ich den ganzen Tag lang hellwach, könnte mich konzentrieren, arbeiten, ganz normal. Geht nicht. Ich bin oft sediert, dann geht körperlich nicht mehr viel. Ich hänge durch. Also muss ich ganz strukturiert durchs Leben gehen, um etwas zu schaffen. Nachmittags hat mich die Schlpappheit im Griff. Der Abend dafür ist dann wieder genauso wundervoll wie der Vormittag, ich bin voller Kraft und Ideen. Zum Glück kriege ich eine kleine Rente. Ehrlich. Ich kann die wenigen Stunden zum Schreiben nutzen, wenn nichts anderes anliegt. Natürlich liegt sehr oft etwas anderes an. — Gestern hatte ich einen wunderschönen Tag, ich habe ein paar Stunden in einer Buchbinderei gearbeitet, vielleicht ist in den Abendstunden ein kleiner Nebenjob drin. Mal sehen. Immerhin habe ich viele Jahre als Buchbinder gearbeitet. Ich habe wieder Lust bekommen, handwerklich etwas zu schaffen. Vielleicht doch eines Tages wieder eine Werkstatt, in der ich kreativ sein kann? Wer weiß. Keiner kann in die Zukunft schauen. Meine Schneidemaschine habe ich vor ein paar Wochen verkaufen müssen, sie war ein Liebhaberstück, musste aber aus Platzmangel aus dem Lager, wo sie schon einige Jahre gestanden hat. Also ein Atelier, in dem ich kunsthandwerklich und schriftstellerisch tätig sein kann, schwebt mir seit Neuestem vor. Da ich dann mit Papier arbeiten werde, bleibt das Rauchen natürlich innerhalb des Raumes aus. Könnte ich aber wohl mit leben. So, eigentlich wollte ich ja über ein paar Minuten Zeit schreiben. Wertvolle Zeit, die ich nutze, um euch diese Zeilen zuzuschicken. Wenn man Zeit hat, muss man sehen, was einen erfüllt. Sie richtig nutzen. Etwas schaffen. Zumindest für sich selbst. Es können auch ein paar Minuten Entspannung sein, eine Pause. Aber bitte doch nicht anderhalb Stunden im Bett, wie ich gleich. Jetzt ist es schon halb zwölf. Gute Nacht   !

Samstagabend

Ich brauche einen Job! Ich MUSS einen Job annehmen! Ein paar Stunden am Vormittag wahrscheinlich. Manchmal bleibt einem keine Wahl, die Umstände zwingen einen. Das mit der Abendtätigkeit als Buchbinder klappt aus steuerrechtlichen Gründen nicht. Kann man nicht ändern. Also wird mir noch weniger Zeit zum Schreiben bleiben, aber ich werde meine Lücken schon finden und nutzen. Ich will mich gar nicht beschweren. Die Hauptsache ist, dass man sich nicht aufgibt, dass man sein Talent kennt und damit etwas anfängt, es nutzt, es verbressert, gerade in der wenigen Zeit, die einem bleibt. Zeit haben die Menschen für ihren Beruf, für ihre Arbeit, die muss geschafft werden. Glück für den, der seinen Beruf liebt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.