Ein Dankeschön an euch

Mittwochabend, 22 Uhr

Ja, dich meine ich, und dich, und dich … An alle, die mich lesen, ein Dankeschön. Ich lese gerade ein Bukowski-Buch und bin endlos enttäuscht. Ich bin enttäuscht, weil ich weiß, dass Bukowski nie und nimmer so geschrieben hat, wie es der Übersetzer versaut hat. Der Übersetzer ist ein Intellektueller, und das merkt man. Ich habe nichts gegen diese Leute, gegen viele jedenfalls nicht, manche mögen ja ganz nett sein, aber dieses blöde Arschloch von Typ hat mir jetzt schon drei Abende zunichte gemacht. Es ist das erste Bukowski-Buch, das ich nach 50 Seiten schließe, vielleicht, ganz vielleicht schlage ich es irgendwann mal wieder auf, um zu sehen, ob es doch nur an mir liegt. Ich habe es mir extra für die Amerikareise gekauft, es bleibt hier! Stattdessen nehme ich Djian mit, und „Mucho Guscho“. Und mein Tagebuch und mein Notizbuch für Gedichte. Eine Autorin, die ich gut kenne, sagte mal, sie sei aus dem Alter, Gedichte zu schreiben, raus. Ich werde hoffentlich bis zu meinem Lebensende Gedichte schreiben. Man kann so viel aussagen mit acht oder zwölf Versen, Zeilen, Sätzen, mehr, oft mehr, als mit einem ganzen Roman. In Gedichten liegt Wahrheit, vor allem in den kurzen, von mir aus auch in denen, die im Rausch verfasst wurden. Mit Lyrik, dessen Zeilen und Verse ich nicht verstehe, kann ich nichts anfangen. Bei mir muss ein Gedicht Feuer haben, direkt sein und Bilder auslösen. Klar, man kann auch um etwas herumschreiben, aber dann muss ich auch begreifen, worum es eigentlich geht. Ja, ich bin eben nicht intellektuell, ich liebe die Einfachkeit. Die Ehrlichkeit. Und wenn ich dann so einen Scheiß lesen muss, wo doch auf der Titelseite „Bukowski“ steht und man etwas erwarten darf, dann könnte ich kotzen. Ich kotze die ganze Scheiße ins Klo und kotze noch mal oben auf die Kotze drauf. Ehrlich. Es tut mir leid um ihn, es tut mir leid, wie er verschändet wird, von einem Typen, der vielleicht noch nicht mal vierzig ist, aber meint, das Leben zu kennen. Vielleicht ist es ein Typ, der noch nie in seiner Kotze geschlafen hat. Ein Typ, der noch nie drei Tage durchgesoffen hat. Ein Typ, der sich noch nie eingepinkelt hat. Kann ja sein, hätte ich auch nichts gegen, dann sollte er aber lieber Krimis übersetzen. Oder Kochbücher! Ich könnte mich stundenlang aufregen, weil aus Bukowski-Texten Übersetzertexte geworden sind. Alles verfälscht. Alles Lüge. Alles Betrug. Auf den Zehner scheiß ich, habe ich wenigstens Decius unterstützt, immerhin noch ein Buchladen, der keiner Riesenkette unterliegt. Klar, Decius ist auch eine Kette, aber eine überschaubare, da lasse ich mein Geld gerne. Decius vertreibt seit 2011 „Im Wahn der Zeichen“. Immerhin. Auch an euch ein Dankeschön! Ach, ehe ich’s vergesse: Die erste Absage eines Verlages kam per Mail. Mucho Guscho passe nicht in ihre Verlagsstruktur, stimme ich ihnen aber auch zu, war ein Versuch. Jetzt sind es noch zehn Verlage, rechnen tue ich mit gar keinem, dafür bin ich schon zu lange im Geschäft. Früher haben mich Absagen erschüttert, ich konnte es nicht verstehen, wie man mir solche zukommen lassen konnte. Ehrlich, für den Scheiß, den ich früher abgeschickt habe, überhaupt eine Absage zu bekommen, ist schon außerordentlich freundlich gewesen. Schlechter geht nicht. Und überzeugter als damals auch nicht. Die Autorin, die keine Gedichte mehr schreibt, sagte mir, hat man erst einmal eine Absage eines großen Verlages erhalten, bekomme man auch niemals von diesem eine Zusage, auch nicht für ein anderes Werk. Mal sehen, ob sie recht behält. Die meisten Verlage werden gar nicht erst antworten, hört man nach drei Monaten nichts, ist es automatisch eine Absage. Ich werde Mucho Guscho aus persönlichen Gründen erst herausbringen, wenn ich meinen Sohn eingeschult habe, also nächstes Jahr im August. Ihr werdet noch herausfinden, warum. Zu mir sagte mal ein Polizist, auf die Frage: „Muss ich denn eine Aussage machen?“ – „Es ist für alle Beteiligten das Beste!“ Hier ist es erst einmal besser, den Ball flach zu halten, nicht zu viel zu sagen, wäre nämlich damals auch besser gewesen. Ich habe aber diese Scheiß-Aussage gemacht und mit einem Schlag 50 Kumpels und Freunde verloren. — So, ich werde jetzt ne Pause einlegen und ne Zigarre rauchen, ne domenikanische, was Mildes. Und meinen guten Freund C in Berlin anrufen, mit dem ich fast jeden Tag telefoniere. Wir kennen uns seit dreißig Jahren, ich bin 1987 in seine Wohnung in Steglitz eingezogen, zu dritt hausten wir in einer Zweizimmerwohnung, war schon sehr, sehr cool. Es wurde gedealt, gekifft, getrunken, gelacht, gefeiert, gefeiert, gefeiert, Mucke bis zum Anschlag. Eine herrliche Zeit, die ich jedem jungen Freigeist wünsche. Man muss es ja nicht ganz so übertreiben, wie wir damals, aber ab und zu das Leben zu nehmen, wie es gerade kommt, kann nur empfehlenswert sein. Aus dem Bauch Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer das schlechteste.

Donnerstagmorgen

Ich muss zugeben, dass ich gestern doch noch ein Essay von Bukowski in dem Buch gelesen habe und ihn außerordentlich gelungen fand, fast schon ästhetisch, ehrlich schön. Also nehme ich das Buch doch mit in die USA. Djian aber auch, kurzes Ding, 225 Seiten. Sonntag gehts los nach Düsseldorf, Montag fliegen wir dann nach Boston, von da gehts weiter nach Cape Cod, in das Haus guter Freunde. Amerika. Der Mann von der Bank, wo ich Euros in Dollars getauscht habe, sagte, ins Trumpland zu fliegen sei sicherer als die Türkei. Ich muss noch wählen, Briefwahl, darf ich nicht vergessen. Werde ich auch nicht vergessen. Jetzt liegt noch einiges mehr an, ne Menge zu tun vor dem Urlaub. Am liebsten würde ich hier im Arbeitszimmer sitzen bleiben und an meinen Büchern arbeiten, oder schon die YouTube-Filme aufnehmen. Da freue ich mich besonders drauf. Langweilig wird es jedenfalls nicht bei mir, zum Glück. Die Zeit ist getacktet, alles muss strukturiert sein, damit ich Zeit zum Schreiben finde. Würde ich Geld mit der Schreiberei verdienen, hätte ich jederzeit das Recht zu sagen, es sei meine Vollbeschäftigung, aber so als Hobbyautor muss man ja sehen, wo man bleibt, da gibt es eben wichtigere Dinge. Aber kaum Schönere, jedenfalls keine, die mit dem Haushalt oder so was zu tun haben. Pflichten. Jaja, jeder Mensch hat Pflichten, muss sich um Dinge kümmern, die ihm zuwider sind, gehört zum Leben dazu. Deswegen mache ich jetzt auch Schluss, Sachen erledigen. Ich wünsche euch ein paar schöne entspannte Tage. Bis bald   !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.