Du verkaufst deine Seele!

Ja? Du willst unbedingt berühmt werden. Größenwahnsinnig. Glaubst, du bist Gott. Gotteslästerung. Was glaubst du eigentlich, wer du bist! Du verkaufst deine Seele! Ja, du verschacherst sie! Verjubelst sie zu einem Spottpreis! Du wirst nur noch Spott sein! Komm mal klar. Ich bin enttäuscht von dir. Wirklich, ganz doll enttäuscht.

Ach? Nimmst du es etwa persönlich, dass ich berühmt werden will? Nimmst du es persönlich, dass ich steinreich werden will? Beleidige ich dich damit etwa? Störe ich deine friedfertigen Gedanken? Deine Liebe zur Welt? Deine Liebe zu Gott? Oder bist du etwa neidisch? Ich mein ja nur. Vielleicht, weil du schon vor zehn oder fünfzehn Jahren die Flinte für deinen größten Traum ins Korn geschmissen hast? Weil du nur breit in deiner Bude hängst, denkst, du bist ein Krieger und weise. Erzählst mir, du wärest schon so weit auf deinem Weg. Du hast es fast ins Nirwana geschafft. Ja, doch, ich muss schon sagen, du bist sogar sehr weise. Und ein Krieger bist du sowieso, weil du jeden Tag schwer ackern gehst. Und du stehst sowieso mit Gott im Bund. Er passt auf dich auf. Weil du so gut bist und so dermaßen viel für andere Menschen tust. Und du dir jeden Tag mit Gras und Hasch die Birne zuschießt. Und seit 25 Jahren den gleichen Kram erzählst. Du bist ein herzensguter Mensch, du hast den vollen Durchblick. Ja, aber ich bete den Teufel an, ich verkaufe meine Seele. Die Kleinen werden ganz oben stehen, so deine Meinung. Warum nimmst du alles so ernst, was du über mich liest und hörst? Weil du mich kennst? Und gerade weil du mich kennst, solltest du besser über mich Bescheid wissen. Du solltest MICH kennen und nicht die Journalisten. Ich finde meine Gedanken in Ordnung. Jeder Mensch ist frei in seinen Gedanken. Du vielleicht nicht? Könnte ja sein. Ich frag ja nur mal. Klar, man kann zugeknallt stundenlang Musik hörend an nichts denkend auf dem Sofa hängen, oder noch besser, vor der Glotze. Soziale Kontakte? Fehlanzeige. Freunde? Gute Freunde? Gemeinsam lachen? Kifferkontakte. Dealer. Geschäfte. Die Gedanken an den nächsten Deal nehmen dich gefangen. Und dann riechst du an dem Zeug und sagst: Boaahh, ey. Das ist echt der Hammer. Oder: Die Scheiße kannste nicht rauchen. Schade drum. Schade um die Kreativität, die du fürs Kiffen aufgegeben hast. Und immer gehen die anderen falsche Wege, biegen falsch ab und erkennen nicht den Sinn des Lebens. Der ist es nämlich, breit zu sein. Nicht zu sprechen. Das ist nämlich weise, weiß ich ja. Weise Leute schweigen. Die wissen eben einfach. Die brauchen keine Worte zu verlieren. Nee, wozu denn auch? Ehrlich, mich verletzt es genauso dich so zu sehen, wie ich dich verletze, weil ich berühmt werden will. Weil ich in meinem Wahn ab und zu Gott bin. Du brauchst mich nicht auf den Teppich zurückzuholen. Das tut jeden Tag mein Sohn. Das tut die 94-jährige Oma meiner Frau, die hier bei uns wohnt. Das tut meine Frau, meine Mutter manchmal … Ich weiß, du meinst es gut. Aber ich finde es trotzdem schade, dass du als einer meiner besten Freunde nicht mit mir meine Träume teilen magst. Ich kann das hier alles so öffentlich schreiben, weil du niemals meinen Blog liest. Weil du fast nie zuhörst. Weil du in deinem versumpften Schädel zu wenig wahrnimmst. Schade. Weißt du, die Leute die man am meisten liebt, verletzten einen auch am meisten. Du verletzt mich, ich verletze dich. Ich liebe dich. Ehrlich. Schade, dass ich kein guter Redner bin, dann hätte ich dir das alles gesagt, so wie du mir ja auch irgendwann, wenn ich mal nachfrage, alles sagst. Aber wirklich: Das ALLES muss eine Freundschaft aushalten. Sie muss. Sonst ist es keine Freundschaft. Keine Liebe. Ich wünsche dir alles Gute   !

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