„Die Perle“

Es geht nur langsam voran mit BLOCK. Aber es geht voran. Stetig. 48 Seiten sind immerhin geschafft. Ich kann überhaupt nicht abschätzen, ob es gut ist, was da am Ende bei herauskommt. Ich schreibe erst einmal wild drauflos. Nicht so wild wie ich schreibe, wenn ich manisch bin, also schon überlegt. Zumindest „was“ ich schreibe. Das „Wie“ kommt später an die Reihe. Froh bin ich darüber, dass das „Was“ meiner Meinung nach ganz okay hinhaut. Vorgenommen habe ich mir etwa 200 Seiten. 200 Seiten als Manuskript. 170 würden es sicherlich auch tun. Der Umfang sollte eben für ein Taschenbuch reichen. Froh bin ich darüber, dass ich überhaupt wieder über einem Roman brüte. Zeitweise dachte ich nämlich, das war es jetzt mit der Schreiberei. Jedenfalls mit etwas ganz Neuem. Zum Überarbeiten liegt hier noch so einiges rum. Doch sage ich mir, das kriegst du auch noch hin, wenn du alt bist und keine Ideen mehr bekommst, das kriegst du auch noch hin, wenn dein Kopf noch leerer ist als ohnehin schon. Dann kannst du darüber froh sein, dass du soviel Schrott rumfliegen hast.

Am 27.11. lese ich in Berlin Kreuzberg, in „Die Perle“. Um 17.00 geht es los. Ich freue mich sehr drauf. Also, falls du aus Berlin kommst (oder zufällig gerade in Berlin bist), komm vorbei. Es wird bestimmt ein netter Abend. Ich werde aus „F25“ lesen und ins Gespräch gehen.

Habe ich euch eigentlich schon geschrieben, dass ich mir in einer hypomanischen Phase einen fetten Benz gekauft habe? Mist. Jetzt steht das Ding hier rum. Wirklich, ein sehr schöner Wagen, schluckt nur leider 11 Liter. Aber muss ich schon sagen – macht Spaß.

Ich glaube, ich werde dem Rowohlt Verlag auch noch BLOCK anbieten, auch wenn ich nicht weiß, ob ich es jemals zu Ende bringe. In den nächsten Tagen mache ich das Exposé und die Leseprobe fertig.

Manchmal geht es mir ganz gut. Dann wieder ziemlich mies. Bin ohne Antrieb und unzufrieden. Unglücklich bin ich aber zum großen Glück nicht. Jetzt gerade etwas traurig. Nachdenklich. Ich trinke ein Glas Wein. Werde noch mindestens eine Zigarette rauchen. Manchmal möchte ich einfach wegrennen. Zum Beispiel nach Berlin. Oder nach Hamburg. In eine riesige pulsierende Stadt. Ich hätte keine Probleme Menschen kennenzulernen, mit denen sich was auf die Beine stellen ließe. In Berlin gibt es so viele Möglichkeiten. Die Menschen in Berlin empfinde ich als viel offener und aufgeschlossener als die Hannoveraner. Alles ist hier so zugeknöpft und stur und laaaaangweilig. Spießbürgerlich und aalglatt. Ruckzuck wäre in Berlin eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, ruckzuck hätte ich Kontakte zu anderen Autoren. Ich weiß: Autor*innen!!!! Ich bin so hin und hergerissen in meinen Gedanken, in meinem Wollen. Natürlich werde ich hierbleiben. Ich liebe meine Familie. Hier ist mein Zuhause. Und doch ist da Sehnsucht nach Abenteuer und Großstadt in mir. Schon immer habe ich den Kick gebraucht. Also: Ehrlich gesagt ist mir so gut wie nie langweilig. Ich kann mich immer beschäftigen. Ich finde es aber „HIER“ in Hannover langweilig. Ich lebe auf dem Land, weit ab vom Schuss. Jetzt eben nochmal kurz rausgehen, in eine Bar, ein Gläschen trinken, quatschen, Leute beobachten … Ich brauche Menschen um mich rum. Schon allein, um mich von ihnen inspirieren und mitreißen zu lassen. Kennt ihr noch das Lied von den Strassenjungs: „Ich brauch mein Suff, wie der Spießer den Puff!“ Herrlich. Ich brauch den Austausch. Was mache ich jetzt? Richtig, ich lege mich schlafen.

Gute Nacht

Henning

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