Bilderbuchbilder

Guten Morgen! Es sind sechs Stunden, das heisst, bei euch ist es jetzt mitten in der Nacht. Geniesst eure Traeume, noch besser, lebt sie. Tagtraeume sollte jeder Mensch in sich tragen, ohne meine Tagtraeume haette ich mich schon lange umgebracht. Was bringt ein Leben ohne Traeume, ohne Ziele? Ohne Ideen und Visionen? Natuerlich darf man sich in seiner Traumwelt nicht verlieren, man darf sich nicht verirren, muss wieder herausfinden aus dem Labyrinth der Phantasien und Wuensche. Ein Leben ohne Phantasie bedeutet tot zu sein, man hat seine Kindheit aufgegeben, kann nicht mehr staunen, sich kaum noch etwas Unerreichbares vorstellen geschweige denn wuenschen. Grosse Dinge erreicht man durch grosse Traeume, Ideen, Visionen. Der Glaube an das Unmoegliche darf nicht untergehen, sonst wirst du ewig Sklave der Ungerechtigkeit bleiben, du wirst dich kaputt ackern oder in der Langweile quaelen. Du wirst dich Befehlen unterordnen dein ganzes Leben lang wenn es schlecht laeuft. Gut, wenn du gluecklich dabei bist, wenn du zumindest zufrieden mit deinem kurzen Leben warst am Ende, dann sei dir die Eingeschraenktheit gegoennt. Ein einfaches Leben kann ein sehr gutes Leben sein, ein einfacher Mensch hat oft weniger Sorgen, als einer, der sehr sensibel oder sehr kompliziert ist. Manchmal ist es besser, das Leben nicht ganz so ernst zu nehmen und ueber den grossen Weltschmerz hinwegzublicken wie ueber ein oedes Tal. Der Mensch wird in der Kindheit schon fuer das ganze weitere Leben gepraegt, also lasst euren Kindern ihre Traeume, ihre Vorstellungskraft, arbeitet mit ihnen an ihren Zielen, scheinen sie auch verrueckt. Vieles ist nicht unmoeglich. Was fuer den einen Menschen niemals zu erreichen ist, wird dem anderen in die Wiege gelegt. Ein Koenig kann nicht jeder werden, aber allemal ein Koenig ueber sein eigenes Leben. Ein Koenig muss fuer ein ganzes Land die Verantwortung uebernehmen, uebernimm du Verantwortung fuer dich und deine Familie, fuer deine Freunde, fuer ein paar Menschen, denen es nicht so gut geht. Sei nett, sei freundlich, sei hilfsbereit, sag Danke und Bitte. Schrei nicht rum, urteile nicht so viel, rede nicht so schlecht ueber deine Freunde, mit denen du dich naechste Woche wiedertriffst. Respektiere jeden Menschen, sei dankbar, dass du zu essen und zu trinken und ein Dach ueber dem Kopf hast. So viele Menschen schlafen auf der Strasse oder zurzeit im Zelt, weil sie ihr Land verlassen mussten. Hier in Amerika ist alles fett, gross, gewaltig. Schon die Milchtuete ist riesig, die Zigarren fett und lang, Cola, Hamburger, Chipstueten, es gibt hier alles in XXL. Die Autos sind der Hammer, fetter geht nicht, auch die Haueser sind hier wahnsinnig gross. Jedenfalls hier in Chatham. Heute waren wir am Hafen und haben Robben und Moewen beobachtet, und ihr werdet es nicht glauben, das Meer ist auch fett. Wir sind an ein paar Seen vorbeigekommen, sind auch spazieren gegangen, waren einkaufen, der Tag verging wie im Flug. Ich sitze auf der Terrasse, es ist halb elf oder so, genau weiss ich es nicht, geniesse ein paar Glaeser Jack Gentleman, den man hervorragend pur trinken kann und freue mich auf die fast drei Wochen, die noch vor mir liegen. Hier ist es mucksmaeuschenstill, alle schlafen, lassen mich in Ruhe schreiben, rauchen und trinken. Mit Mucho Guscho komme ich bestens voran, viel ist nicht mehr zu feilen und zu schleifen, ich bin beim Nassschleifpapier angelangt, die Politur kommt ganz kurz vor der Veroeffentlichung. Mit manchen Saetzen war ich noch nicht ganz einverstanden, ein paar Kommafehler habe ich entdeckt. Ich koennte mir gut vorstellen, hier ein ganzes Buch zu schreiben. Der leichte Wind laesst die Blaetter rascheln, der scharfe Geschmack von Zigarre und Whiskey im Mund laesst mich das Leben spueren. Spuert auch ihr das Leben, egal wie. Es sind die intensiven Augenblicke, die uns aufleben lassen. Sex, Drugs, Musik, Natur, Liebe, Tod … Schmerz. Wenn wir leiden, leben wir, wenn wir lieben, leben wir, wenn wir heulen. Ueberall liegen und haengen hier riesige Muscheln im Garten herum, alles ist so wunderschoen. Alle Freunde goennen uns diesen Urlaub so sehr. DANKE! Wir haben ein paar harte Zeiten hinter uns. Krankheiten, Haus ist abgebrannt, Todesfaelle, sonst was, ihr muesst ja nicht alles wissen, nicht wahr. Scheisse, die Zigarre ist am Ende, Jack ist noch genug da, er inspiriert, ich benutze ihn, ich nutze ihn aus, er ist ein Freund, der das mag, den das nicht weiter interessiert, der mir das nicht uebel nimmt, der morgen wieder fuer mich da ist, treu und zuverlaessig wie ein Verbuendeter, wie ein Bruder. Ich kaufe ihn und er steht mir bei, er fragt nicht, er urteilt nicht, er schenkt mir Traeume und Wuensche und Phantasie. Morgenfrueh ist er verschwunden, nichts mehr ist noch von ihm in mir, und wenn man ihn nicht wie ein Luder behandelt, ist er sanft und lieb zu dir. Trotzdem bin ich jetzt vernuenftig und geh zu Bett. Bis bald  !

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