5 Tage Berlin …

… mit meinem Sohn. ne Männergeschichte. Das Hotel in Neukölln, Cupi wohnt in Kreuzberg, direkt an der Grenze zu Neukölln, Bürknerstraße. Mit dem Fahrrad durch den Görli und den Treptowerpark. Zum Tegeler See an den Strand, Sonne und Wasser tanken, Legoland Potsdammer Platz, klar – Zoo – Pandas gucken, Freunde in Stegliz besuchen, jeden Tag essen gehen, Cigarillos paffen, meine Freunde paffen andere Sachen … In Kreuzberg mein 8-jähriger Sohn: „Hey Cupi, ist hier ne Party?“Menschen lachen, die Straßen voll, überall Musik … Cupi: „Nee, das ist hier immer so!“ Berlin – ich liebe dich! Ehrlich. Wenn ich könnte. Du wärst mein. Kann jeden Künstler verstehen, der nach Berlin will. Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Krzeuzberg, Neukölln, Wedding – die betuchten in etliche andere Bezirke verteilen. Lesungen, Konzerte klein, mittel und groß, Theater, Theater den ganzen Tag auf den Straßen – vor den Ampeln, in den Parks, auf den Gehwegen – Tag und Nacht – immer. Nichts mehr vom Virus zu merken. Zum großen Glück. Momentanaufnahe. Mein Sohn – jetzt schon angefixt von meiner Lieblingsstadt – die ja lange Zeit Hamburg war, aber nur wenn ich gerade in Hamburg war. Berlin. Berlin. Zu jeder Zeit bereit. Ein Zimmer, eine Wohnung, wenn möglich Kreuzberg 36. Dort war und ist mein Zuhause, drei Jahre wohnhaft in der Oranienstraße 49. Wäre abgefahren, wäre es heut dieselbe Wohnung als Schreibwohnung. 57 qm, Küche zum Hinterhof, beide Zimmer nach vorn raus – Sirenen, Blaulicht, Doppeldecker, ewiger Verkehr, etwas abseits wäre sinnvoller, um gut arbeiten zu können. Ruhe. Bei Cupi im Hinterhof totale Stille – nur das Furzen der Nachbarn ist nicht zu überhören. Große Lacher. Schon wieder. Zwei mächtige schlanke Kastanien, die über die Dachränder ragen, die voller Vögel sind. Unten im Hof eine Katze, vorn der Trödelladen, der meist nicht vor 14 Uhr öffnet. Aus jeder Bude duftet es nach Gras. Und jeder Hof verströmt seinen eignenen Geruch durch die Fenster. Von draußen nach innen und umgekehrt. Hochzeitsreise war 2006 nach Berlin. Meine Frau war schwer verliebt – in mich und in Berlin. Eines ist aber klar: Jedes Jahr 5 Tage Neukölln und Kreuzberg ohne sie. Solange mein Sohn Bock drauf hat. Ich habe ihn geflasht! Nur einmal zwei, drei Tränen, als er wirklich nicht mehr konnte. Eindrücke über Eindrücke. Ich war genauso im Arsch nachts im Hotel. Am Abend der Rum im Hinterhof, die Zigarren, das Denken, das ewige Denken. Dazu die Medikamentenumstellung, der Schlaf lockerer als sonst. Klarer im Kopf, energiegeladener, konzentrierter, aufnehmender.

0 Uhr 30, Sonntagnacht.

Der leichte Wind. Zuhause. Ganz still. Die Grillen sind ruhig. Kein Auto. Nur der Wind, der durch die Blätter weht und sie leicht säuseln und rascheln lässt. Das Tippen – klar. Ah, das leise Rauschen des Laptops. Ein Knurrer des Magens. Die Atmung. Gedanken hört man nicht. Das Reiben der Hände. Eine Jalousie. Sterne. Licht aus dem Wohnzimmer. Rumgeschmack auf der Zunge, Cigarillos auch. Mäusepiepen. Wo ist Anton, mein Kater? Woanders. Verwöhnen lassen. Komm, ein Cigarillo geht noch. Dann schnell ins Körbchen. Ratzen. Oder auch nicht. Podcasts hören. Oder Interzone. Sorgen machen, warum drei Stunden Schlaf anscheinend irgendwie reichen. Aber nicht lange – das ist garantiert. Also morgen Dr. Henkelmann anrufen und nach einem Bedarfsmedikament fragen. Für einen Bipolaren das Wichtigste: Ausreichend Schlaf! Nichts ist wichtiger. Körper und Seele machen die Wachheit maximal drei, vier Monate mit – dann Abfall, Depression, Stillstand – für länger. Aufpassen, das man nicht manisch wird, die klare Kraft aber unbedingt zuvor nutzen, umsetzen, schaffen. Nie wirst du kreativer und klarer sein, nie konzentrierter -, fokussiert und doch völlig offen. Du verknallst dich, du veknallst dich, weil du das Leben liebst, so sehr. Du bist offen, triffst auf offene Menschen – was du aussendest, ziehst du auch an. Gleiches zieht Gleiches an. Der Clan. Die Verbündeten. Seelengeschwister. Man versteht sich. Man versteht die Welt, nicht die Systeme, die Welt hier draußen. Man versteht, was gerade mit ihr passiert. Und das ist ganz und gar nicht gut. Plastik, Co 2. Klimaveränderung. Raubabbau. Holz, Diamanten, Öl, Tiere, Gold … Seid doch lieber offen für die Liebe. Für Liebe – oder die Liebe – egal. Macht einfach. Macht euch auf, wenn ihr noch verschlossen seid. Besser ist, du hörst auf zu kiffen, wenn du nicht mehr einsam sein willst. Zu. Dicht. Kommt keiner ran, geschweige denn, rein. Und du kommst gar nicht erst raus. Höchstens, wenn du allein bist und dich totlachst über Sketche in der Glotze. Ist ja alles so schön bunt hier.

Ha – die ersten Sachen heut in die Fabrik gebracht. Sofa, Sessel, Pflanzen, Kram. Am 1. bekomme ich die Schlüssel. Morgen richte ich das Konto ein, wo die Miete von abgehen wird. Monat um Monat 135 Euro besorgen. Muss mich weiter auf die Suche nach Menschen machen, die bei dem Projekt „BLOCK“ dabeisein wollen. Aber die ersten drei bis vier Monatsmieten sind gedeckt. Und ein paar Malerarbeiten stehen wohl auch an. Es kann aber gut sein, dass ich den einen oder anderen von euch noch anspreche.

Bleibt dran.

Henning

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.