Uns geht es gut, gut, gut!

Ich weiß nicht … Wie ist es, wenn sich Frauen für Sex verkaufen? Ich kann mir vorstellen, dass sie es nur über sich ergehen lassen. Sie denken an das Geld. Aber ekeln sie sich auch? Vor einigen Männern bestimmt. Oder vor allen Freiern? Können sie noch mit ihrem Partner schönen, sinnlichen Sex haben, wenn sie einen haben? Kann ihnen Liebe noch Spaß machen, Freude bereiten? Oder befriedigen sie ihn nur, weil Sex dazu gehört? Weil sie ihn nicht verlieren, gar verletzen wollen? Ich habe vor vier oder fünf Jahren mit einer Prostituierten gesprochen, die mir versicherte, ihr mache der Job noch Spaß, vor allem mit Jüngelchen, die zum ersten Mal kommen. Ich weiß nicht … Nutten sind doch keine Maschinen, werden aber manchmal so behandelt, manchmal sogar gezwungen, mit stinkenden Typen in die Kiste zu springen. Das müssten die Freier doch merken, oder? Spielen die Frauen so gut etwas vor? Hm … Interssiert mich mal, vielleicht werde ich mich für einen Roman noch mal mit einem „leichten Mädel“ unterhalten. Aber da muss man erst einmal eins finden. Für den Roman „weg“ hatte ich Glück, da redete eine für 30 Euro mit mir. Manche wollten mich mit aufs Zimmer nehmen, 30 Euro Sex, 200 Euro unterhalten. Bei Mira musste ich Tischgeld zahlen, sie führte mich in eine abgeranzte Kneipe auf der Reeperbahn. War sehr nett, fast schon schüchtern, ein Mädel, in das man sich verlieben könnte. Das war ihre Stärke. Sie sah unschuldig aus, und wusste es, trug eine Brille, 23. Sie sagte, 90 Prozent der Männer, die zu ihr kämen, seien verheiratet. Schnelle unverbindliche Nummer. Ein Freund habe sie nicht – die Eifersucht. — Das sind meine Gedanken an diesem windigen Morgen. Wie ist es für Pornodarsteller? Männer müssen den Sex ja schon erotisch finden, sonst könnten sie es nicht bringen. Aber die Frauen? Manche vielleicht. Viele sollen Drogen nehmen, aber die meisten sehen nicht danach aus. Es dreht sich ums Geld. Aber auch hier werden viele Damen gezwungen. Menschenhandel. Menschen werden verkauft. Kinder werden verkauft. Man darf gar nicht dran denken. Man darf an so vieles nicht denken, doch wenn alle, so wie ich, die Augen verschließen würden, würde es keine Hilfe geben. Man kann so vieles tun, wenn man möchte. Wir Menschen sind schlecht, ehrlich. Oder tust du etwas Gutes? Wann hast du das letzte Mal etwas gespendet? Oder hast du schon mal mit einem Obdachlosen gesprochen, ihm ein Brötchen gekauft? Man verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse, wenn man verschleierte Muslime sieht. Wer kann sich davor frei machen? Wer frei ist von Schuld, werfe den ersten Stein. Steine werden geworfen, ja, auf Menschen. Augen zu und durch, so ist es doch. Uns geht es gut, gut, gut … — Das waren meine Gedanken an diesem Morgen   !

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