Ich liebe die Jugend !

Als ich mit 28 in der Psychiatrie war, meinte meine Psychiaterin, ich käme ihr wie ein 16-jähriges Blumenkind aus den 68ern vor. Also noch gar nicht erwachsen, eben auf der Suche. Im Mai werde ich 50, aber ganz so alt fühle ich mich immer noch nicht. Erwachsen inzwischen schon. Ich weiß, was ich will. Ich habe eine Meinung. Das hat ziemlich lange gedauert. Ich weiß, ich kann die Jugend heut noch immer gut erreichen, ich kann mit ihr auf derselben Welle schwimmen. Ich verstehe sie – sie versteht mich. Ich spreche ihre Sprache. Wenn ich in einer Schule eine Lesung gebe, fühle ich das Verständnis auf beiden Seiten. Und ich glaube ganz fest, dass ich die Jugend auch mit meinen Büchern erreichen werde. Selbst mit den vielen Gedichten. Sie sind so leicht und einfach, so wahr, so direkt. Sie knallen in Herz und Hirn. Sie vergraben sich in euch. Ich arbeite derzeit an den Gedichten von 2003, mache sie ein wenig runder, korrigiere Rechtschreibfehler. Aber der Sinn bleibt original bestehen. Nie habe ich länger als ein paar Minuten an einem Gedicht gesessen. Sie sind in mich reingeknallt wie Böller in einen Briefkasten. Eine wahre Explosion. Und so werden sie auch in die jungen Herzen und Köpfe knallen. Man kann diese Texte nicht missverstehen. Gedichte kommen ja heut angeblich nicht mehr so gut an – wir werden sehen. Vor allem Reime will ja angeblich keiner mehr lesen – ihr werdet es sehen. Ihr werdet es fühlen. Auf genau diese Gedichte wartet die ganze Jugend. — Meine Psychiaterin fragte mich neulich, wie sicher ich mir denn sei, dass nun der Erfolg in den nächsten Monaten käme – ich sagte, zu 90%. Es liegt jetzt kaum noch an mir. Es liegt an der Welt, die außerhalb von mir stattfindet. An der Veröffentlichung. Seit meinem 20. Lebensjahr bin ich davon überzeugt, dass ich der berühmteste Schriftsteller der Welt werde, dass meine Gedichte bis in die letzten Ecken und Winkel der Erde dringen werden. Was ja heutzutage auch gar nicht mehr so unmöglich ist. Der Weg wäre durchs Internet geebnet. Aber ohne Profis, die mich unterstützen, wird das alles nichts. Ich hoffe auf ganz bestimmte Menschen. — Das sind nicht mehr Udo Lindenberg oder Marius Müller Westernhagen oder andere Künstler, mir schwebt da was viel, viel Größeres vor – wovon niemand aus meinem Kreis etwas weiß. Ich rede nicht drüber, denn so muss ich mich nicht rechtfertigen, mich irgendwann erklären, niemandem meine Enttäuschung mitteilen. Ich mach das ganz, ganz allein. Und wenn es nicht klappt, dann gehts klein weiter, so wie bisher, mit euch (wir sind ja unter uns). Ich fände es aber schade, wirklich schade.

Ich belasse es heut bei diesem kurzen Text.

Bis bald

Henningway

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