Wirklich wichtig

Guten Abend oder Guten Morgen!

Ich habe keine Ahnung, wann ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe – und ich habe nicht die geringste Lust nachzuschauen. Es ist nicht wichtig. Sagen wir: Es ist nicht wirklich wichtig. Nicht für mich, nicht für dich, nicht für euch. Die Frage ist doch: Was ist denn wirklich wichtig? Dass wir gesund sind. Dass wir nicht hungern und dursten müssen. Dass in unserem Land kein Krieg herrscht. Wichtig ist, dass wir geliebt werden und selbst lieben können. Wichtig ist, dass wir ein paar gute Freunde haben. Freunde, auf die wir uns verlassen können. Wichtig ist, dass wir mit unserer Zeit etwas anzufangen wissen. Dass wir uns nicht langweilen. Wichtig ist, dass das Leben Spaß macht. Dass wir uns freuen können. Ich meine – neben der ganzen Scheiße, die uns tagtäglich widerfährt. Neben den Nachrichten, die wir aus der Glotze empfangen. Neben den Nachrichten, die wir von uns nahestehenden Menschen hören. Ja, das Leben muss ein riesiges Fest sein. Dabei sollte es keine Rolle spielen, ob du steinreich bist oder gerade so über die Runden kommst. Meiner Meinung nach ist Anerkennung sehr wichtig. Ein Lob zu bekommen kann einem den ganzen Tag versüßen. Tank auf. Deine Seele braucht Treibstoff – dein Körper Kraftstoff. Friss nicht zu viel in dich hinein. Sonst wirst du am Ende so fett wie ich. Trotz alledem fühl ich mich derzeit wirklich ausgezeichnet. Seit der Medikamentenumstellung hat sich einiges getan. Das Beste ist – ich brauche keinen Mittagsschlaf mehr. Das Schlechteste ist – ich habe seit Monaten kein Buch gelesen. Ich schlage die erste Seite auf, vielleicht noch die zweite – und zack – zu das Ding. Interessiert mich ehrlich gesagt nicht was die anderen geschrieben haben. Mit „Die Pest“ vor Corona und währenddessen hat sich mein literarisches Input erledigt. Vor ein ein paar Monaten habe ich ein Drehbuch innerhalb von zwei Wochen geschrieben – das war es. Und einige Seiten Briefe. Aber auch dazu reicht es momentan nicht mehr. Mir fehlt die Muße – und vielleicht die Muse. Lustlosigkeit ist es nicht. Faulheit auch nicht. Eher Interesselosigkeit. Ich habe das Gefühl, ich stehe mitten im Leben. Ich arbeite, bin ausgeglichen, bin fröhlich, gut drauf, gut gelaunt usw. Spätestens um 23.30 liege ich im Bett – spätestens um sechs stehe ich auf. Ich mag den Alltag. Ich mag meine Arbeitskolleginnen. Zurzeit mag ich das ganze Leben. Und nun schenke ich mir ein Gläschen Rum ein. Immer noch das Geburtstagsgeschenk von Schwester und Schwager. Ich war vier Tage in Berlin. Neukölln ist sowas von schmutzig – ehrlich. Wenn man hier so im spießbürgerlichen Springe wohnt und lebt, dann ist Neukölln der volle Kontrast. Neukölln ist ein hartes Pflaster. Und trotzdem ganz ganz viele junge Menschen. Aber auch alles voll mit Clans, denen die Kriminalität ins Gesicht geschrieben steht. Ich wollte ja gern eine Schreibwohnung in Kreuzberg haben – von diesem Gedanken bin ich erst einmal abgerückt. Inzwischen habe ich feststellen dürfen, dass, wenn ich eine kreative Phase habe, es egal ist, wo ich diese auslebe. Dann ist es egal, wo ich mich gerade aufhalte.

So, ich mache für heute Schluss – es ist gleich null Uhr.

Liebe Grüße

Henning

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