Oh, Piano. Oh, Amore.

Dich einfühlen. Der Anfang ist gemacht. Wie wundervoll der Abend. Mit dir. Mit uns. Die Hände gleiten über die Tastatur. Sie gleiten. Sie schweben. Sie verharren. Und weiter. Ich habe dich gefunden. Du hast mich gefunden. Eine Liebeserklärung. Von dir. Für dich. Du heißt Liebe. Einen anderen Namen brauchst du nicht. Wolkenleicht. Mit dir werde ich alt. Du betrügst mich nicht. Du kannst mich nicht betrügen. Ich betrüge dich nicht. Oh, Piano. Oh, Amore. Warum erst jetzt? Viel zu lang hab ich auf dich gewartet. Und jetzt bist du bei mir. Ich kann dich holen, zu mir, wann immer ich will. Na ja, nicht ganz, soweit es meine Zeit zulässt. Du hast immer Zeit für mich. Auf Knopfdruck bist du da. Heutzutage überall. Bluetooth. Kopfhörer. Oh, Piano. Oh, Amore. Du spielst für mich, nicht mit mir. Du bist für mich, nicht gegen mich. Im ewigen Kreislauf wirst du meine ewige Liebe sein. Dieses Gefühl. Diese unsagbare Leichtigkeit, wenn du beherrscht wirst. Von dem Künstler, der dich zum Kunstwerk macht, der aus dir ein Kunstwerk macht. Ein Zauberer. Für die ganze Welt zu hören. Einerlei. Zweierlei. Allerlei. Leise Klänge, die mich erheben. Die meinen schweren Leib leicht machen. Wolkenleicht. zumindest federleicht. Solange ich sitze. Ich werde mit dir gehen. Im Ohr. Durch Täler, über Wege, durch den Deister. Endlich habe ich dich gefunden. Oh endlich. Oh endlich. Endlos. Liebes liebes Piano. Einen schönen Klang entzaubere ich dir sogar. Lieblich. Aber nur ist es Geplänkel. Mir fehlt das Wissen über dich. Ich kann dich nicht nutzen. Weil ich dich nicht kenne. Fremdkörper. Doch stehst du so vertraut in meinem Wohnzimmer. So massiv und doch so wunderschön schwarz. Du glänzt. Du stimmst. Mir ist, als gleitest du durch Wolken. Ich schaue dir hinterher. Ich träume dir hinterher. Wie eine Schwalbe lässt du dich treiben. Glänzend und leicht. Ein Windhauch reicht und du erklingst beinahe. Eine leichte Berührung. Sitz ich an der Tastatur, verfasse Buchstaben, bin auch ich ein Pianist. Ich spiele mit dir zusammen. Nur du und ich. Und das Glas Wein auf dem Schreibtisch. Und der Zwischenraum der Stille. Manchmal bist du der leichte Hintergrund, manchmal der starke Vordergrund. Zusammen sind wir stark. Voller Kraft. Voller Vitalität. Da ist nichts mehr von Zorn. Nur noch von Glück im Moment. Im Moment. Schade, es ist halb zwölf in der Nacht, gleich ist Bettruhe. Der Morgen fängt früh an. Ich nehme dich mit. Im Ohr. Im Ohr. Ich tippe und tippe und tippe. Und du bist voller Energie. Voller Leidenschaft. Leiden schafft. Voller Poesie. Hey, Piano, hey, Amore, hey, du größte aller Liebenden. Ein Schluck Wein. Ich spüre aber, ich bin nicht ganz frei. Ich fühle in mich hinein. Und bin nicht ganz frei. Im Augenblick jedenfalls nicht. Ich kann nicht durchs Haus tanzen mitten in der Nacht. Ich kann es nicht rausschreien, mein Glück. Die ganze Nacht möchte ich am liebsten in meinem Zimmer verbringen und dir zuhören. Und schreiben. Einfach nur schreiben. Was immer du auch wünscht. Jetzt setzt die Geige ein. Sie lacht. Sie weint nicht, sie lacht. Sie lacht und spricht. Dazu du. Wie Schmetterlinge in der Luft, die sich küssen, die tanzen und sich küssen. Das Finale. Ich komme nicht hinterher. Kaum. Ihr seid so dermaßen schnell. So flink. Und jetzt lasst ihr euch treiben. Und ich. Und ich. Die Umarmung. Der lange Kuss. Der Schluss. Oh, Piano. Oh, Amore. . . .

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