Kannst du dir aussuchen, was du schreibst?

Treiben lassen. Die Wörter auffangen, einfangen, kreiseln lassen, rauslassen, freilassen. Ordnen. In Sätze verzaubern. Bilder erschaffen. Schreiben, was dir auf der Seele liegt. Ohne Druck, wenn möglich. An die Schönheit erinnern. Sei es, die Erinnerung an einen Menschen, an seine stechend blauen Augen, das braune volle Haar, die tadellose Figur. Die Erinnerung an ein Dorf voller alter Fachwerkhäuser, verzweigter Wege, saftiger Weiden, riesiger umgepflügter Felder. In manchem scheinbar friedlichen Dorf geschehen Dinge hinter den Hauswänden, die lieber dort bleiben sollten, die man besser nicht beschreibt. Oder gerade. Es kommt darauf an, was du schreiben möchtest. Ist es denn so? Kann sich der Schriftsteller denn aussuchen, was er schreibt? Ich bezweifele das. Jemand, der die Lyrik in sich trägt, sie lebt, wird wohl kaum einen Thriller verfassen können. Ich kann übers Rauchen und Trinken schreiben. Ich kann Protagonisten verrückt werden lassen. Fanatisch. Radikal. Ich kann mich in die Seele eines Jugendlichen einfühlen, der auf der Suche nach einem Sinn ist. Der Sinn ist zu ergründen. Vielleicht ist es aber gerade der Sinn, keinen Sinn im Leben zu sehen. Alles wegzuschieben, einfach handeln, mitmachen, mitschwimmen, in welchem Strom auch immer. Als Mitläufer agieren. Mutter ist tot, Vater ein Weichspüler, der keine Zeit hat. Und dann taucht da ein Junge auf, der was drauf hat, der intelligent ist, der „echte“ Typen kennt. Und dir ist scheißegal, welche politische Einstellung diese Typen haben. Sie sind gut zu dir, nehmen dich auf, nehmen dich ernst – scheinbar.

Mein Roman muss mir leicht von der Hand gehen. Allerdings habe ich mir ein unglaublich schweres Gebiet ausgesucht. Rechtsradikalismus- und Fanatismus. Gerne würde ich auch die zweite Trilogie von „weg“ schreiben, oder F25 – das Drehbuch, beides viel leichtere Kost. Da bin ich wieder beim Thema – ich kann es mir anscheinend nicht aussuchen, was ich gerade in den Laptop knalle. Hauptsache, es knallt auch. Für Gedichte und Poesie ist momentan kein Platz in meinem Schädel.

Liebe Leser, habt Dank, dass ihr mir folgt. Liebe Grüße

Henning

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