Freizeit

Dienstagabend, 20.00 Uhr

Meine liebe Frau!

Du hast mir das Schlagwort „Freizeit“ genannt. Ich freue mich über die Worte, über die ich schreiben darf, sehr. Ich bitte um mehr davon, von jedem, und wenn mir etwas einfällt, will ich gern antworten. Wir hatten bis jetzt die Worte „Labyrinth“ und „altern“. So komme ich jetzt also zur Freizeit. Ich frage mich, ob es Freizeit für mich ist, wenn ich hier diesen Blog schreibe. Nein, nicht ganz.

Freizeit bedeutet für mich, mit dir am Abend in einem unserer Zimmer zu sitzen und zu reden. Auch zu klönen. Freizeit bedeutet für mich, mit dir gemeinsam durch eine Fußgängerzone zu schlendern, gern im Sommer, auf der Terrasse zu sitzen und Wein zu trinken. Käse und Weintrauben zu essen, den Feierabend genießen. Und nie geht uns anscheinend das Gespräch aus … Freizeit bedeutet für mich, abends durchs Dorf zu spazieren und andere Häuser und Gärten zu bestaunen. Freizeit bedeutet für mich, einen großen Teil meiner freien Zeit mit dir zu verbringen. Ich fühle mich mir dir gemeinsam frei.

Aber gern sitze ich auch im Havana, im Raucherraum, rauche eine Zigarre, unterhalte mich mit dem Barmann und trinke Bier oder Wein oder was weiß ich. Oder ich treffe mich mit TB oder einem anderen Freund in einem Café oder in einer Kneipe. Nur so, um zu quatschen, über was auch  immer. Allerdings sollten es immer Themen sein, die mich interessieren. Sonst ist die freie Zeit dahin und nicht genießbar für mich.

Chronische Langeweile macht krank. Den ganzen Tag die Glotze an, macht krank. Man merkt es vielleicht nicht einmal selbst. Nicht jede Krankheit spürt man. Aber sich einen guten Film anzuschauen, hat wiederum etwas mit Freizeit zu tun, jedenfalls ist das meine Meinung, diese muss keiner mit mir teilen. Ein Kinofilm zu sehen, ist Freizeit. Für den einen oder anderen Sport oder andere Hobbys. Aber auch hier muss man aufpassen, dass die festen Termine nicht zu Pflichtterminen werden. Genauso wie Pflichtreffen mit einigen Menschen, mögen sie auch zu deinen guten Bekannten zählen. Alte Freundschaften verblassen, man lebt sich auseinander, verfolgt andere Interessen. Ich hasse Pflichttreffen und vermeide sie möglichst immer. Aber wie es manchmal nun so ist, lässt man sich breitschlagen oder hat einen schwachen Augenblick und sagt zu. Freizeit … Ich kann nur jedem den Rat geben, sich auf etwas zu freuen. Auf den Zoo, aufs Kino, auf einen Spaziergang, natürlich auf eine Reise, wo man sowieso ein ganz anderer Mensch ist, vielleicht auf Dinge, die man noch nie ausprobiert hat, auf Verabredungen mit guten Freunden usw. Seine Freizeit sollte man nur mit Dingen gestalten, die einem Freude bereiten, sonst ist es keine Freizeit mehr. Die Hälfte des Wortes Freizeit hat etwas mit Frei zu tun, die andere mit Zeit. Zeit haben und frei sein, eines der größten  Ziele, die es auf der Welt gibt.

Viel Glück dabei   !

Mittwochmorgen, 11.15 Uhr

Ich höre mich wirklich grässlich an. Ich bin nicht der Typ, der andere belehren will, und auch nicht kann. Als ob ich zu allem was wüsste. Vielleicht lesen deswegen wieder weniger Menschen den Blog. Kann ich verstehen. Danke an die, die noch dran sind.

Heute habe ich 2432 Wörter geschrieben. Ich bin zufrieden und jetzt geschafft   .

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