Der Kreis ist klein

Samstag

Ein neues Jahr hat begonnen. 2022. Ich wünsche euch ganz viel Glück, Gesundheit und Liebe. Für mich ist das letzte Jahr weniger gut gelaufen. Dennoch bin ich heute Abend zufrieden. Bei einem Glas Wein. Bei einem Gläschen Rum. Bei einer Zigarette. Bei der Ruhe, die hier in meinem kleinen Zimmer herrscht. Bei dem gemütlichen Licht. Ich wünsche mir für das neue Jahr ganz ganz viele Leser*innen. Und ganz ganz viele Lesungen, die ich geben darf. Vielleicht habe ich das Glück und bekomme Hilfe. Angedacht ist diese. Erste inspirative und konstruktive Gespräche sind letzte und vorletzte Woche gelaufen. Ideen, Träume und Hoffnungen wurden ausgetauscht. Ein Logo wird gerade von Jean erstellt. Doch wie ihr wisst, ist die Gesundheit das Wichtigste. Wenn Leib und Seele nicht mitspielen, bleibt die Arbeit auf der Strecke. Und natürlich auch all das Schöne.

Drei Tage habe ich überlegt, wie ich mit BLOCK fortfahren kann. Die rettende Idee kam mir gestern Abend. Nun heißt es, Zeit, Ruhe und Kraft finden. Auf jeden Fall verspüre ich riesige Lust, aus meinen Ideen den nächsten Roman entstehen zu lassen. Vielleicht gelingt es mir ja, ihn im Jahr 2022 fertigzustellen.

Sonntag

Heute kam ein herrlicher Wind auf, sodass ich mit meinem Sohn unseren Drachen steigen lassen konnte. Am frühen Abend habe ich eine Zigarre genossen, währenddessen mit Cupi telefoniert und ein Glas Wein getrunken. Von 15 bis 17 Uhr war ich bei einem Freund zu Besuch. Schlicht gesagt: Der Tag war gut. Doch am späteren Abend sucht mich die Melancholie heim. Ich weiß, vielen Menschen geht es zurzeit gar nicht gut. Ich mache mir Sorgen. Vor allem, wenn du dich nicht meldest. Wenn du nicht ans Handy gehst und nicht auf meine Nachrichten antwortest. Ich weiß nicht, was du gerade denkst, wie du tickst, wie schlecht es dir wirklich geht. Du weißt, du kannst mich Tag und Nacht anrufen und zu jeder Zeit vorbeikommen. Egal, ob ich zu gut oder sehr schlecht drauf war, bei Cupi in Berlin hatte ich (und habe ich noch immer) einen Ort, der neutral ist. Dort werde ich so genommen, wie ich gerade bin. Für mich steht immer ein Bett bereit. Ich habe ihn in meinen übelsten Phasen aufgesucht, die Polizei hat mich aus seiner Wohnung geführt, ich habe seinen Kühlschrank leergefressen, ihm sei letztes Dope weggeraucht – egal. Es ist der Ort, es ist der Mensch, es ist die Liebe, die mich immer wieder zu ihm führen. Ich kann mit ganz viel Geld zu ihm fahren, ihn zum Essen einladen, mit ihm teure Zigarren und erlesenen Rum trinken – oder ich kann völlig pleite, ohne einen Cent in der Tasche, bei ihm vor der Tür stehen – egal. Im Leben bleiben nicht viele Freunde. Komm vorbei, wenn dir danach ist. Bleibe solange, du möchtest. Das ist das, was ich dir geben kann. Ich kann dir meine Hand reichen und für dich da sein. Hier ist es warm. Hier bekommst du zu essen und zu trinken. Du gehörst zu unserer kleinen Familie. Mir geht es selbst oftmals nicht gut. Mir geht es selbst oftmals zu gut. Am liebsten würde ich dich an die Hand nehmen und mit dir der Sonne entgegenwandern. Von meiner Seite aus würde eines auf jeden Fall helfen: Der Weltbestseller muss geschrieben sein. Keine Schulden mehr. Keine Verpflichtungen mehr einem Chef gegenüber. Kein Druck mehr. Unabhängigkeit. Eine gewisse Freiheit. Könnte ich, würde ich dir dies alles schenken. Ich warte schon so verdammt lange darauf. Eines kann ich dir garantieren: Der Kreis ist klein.

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