Schreibfieber

Ja, heute war ich im totalen Schreibfieber, wirklich seit sehr, sehr langer Zeit mal wieder. Die Zeit rennt, Stunden werden zu Minuten und Minuten zu Sekunden, ich bin nur noch Text, nur noch die Geschichte. Alles um mich herum löst sich auf. So ein Zustand ist wundervoll, schlaucht aber auch sehr. Ich hoffe, in den nächsten Tagen geht es genauso weiter. Ich wollte nie an zwei Büchern gleichzeitig arbeiten, jetzt ist es so gekommen, es kommt ja sowieso immer anders. Dann hätten wir also: „Im Wahn der Zeichen – Das Original“ – „Im Wahn der Zeichen – Der Roman“, „Weltbestseller“ – „weg“ und den neuen Roman, für den ich jetzt immerhin schon mal einen genialen Titelvorschlag bekommen habe. Wenn diese ganzen Projekte bis SPÄTESTENS zum Ende des Jahres abgeschlossen sind, muss ich wohl zufrieden sein. Schneller kann ich nicht. Langsamer will ich nicht. Und dann bleiben mir noch anderthalb Jahre für den absoluten Knaller. Aber davor habe ich Angst. Angst, zu versagen. Das Ding muss einschlagen wie ne Bombe, Leute. Hundert Seiten, mehr werden es vermutlich nicht, aber die müssen es in sich haben. Dann gehts weiter mit zwei Romanen, zu denen ich die Gerüste bereits habe, oder aber ein Drehbuch, man wird sehen. Ich habe ja auch noch was Hoch-Aktuelles im Kopf, das ich eigentlich zuerst schreiben müsste, damit kein anderer auf die Idee kommt. Früher hatte ich immer total Schiss, man könne mir meine Ideen klauen, davon bin ich aber inzwischen weitgehend befreit. Ich muss auch noch unbedingt was für die Akademie der Künste Karlsruhe schreiben, der Anfang ist aber auch hier schon gemacht. So, morgenfrüh gehts weiter mit „Im Wahn der Zeichen“. Ich kürze dermaßen meine Gedanken weg, die ich damals beim Schreiben gebrauchte, dass ich mich frage, ob alles am Ende noch verständlich ist. Aber muss man eine Psychose verstehen? Das lass ich mal so dahingestellt.

Leute, ich liebe das Leben. Ich liebe es, zu schreiben. Ich liebe es, zu trinken, zu essen und zu rauchen. Ich liebe es, zu lieben. Ich liebe den Rausch. Ich liebe den Kick. Ich brauche den Kick – zumindest ab und zu. Warum auch nicht. Hauptsache, es bleibt dabei keiner auf der Strecke. Ich liebe aber auch die Klarheit, den klaren Morgen, die klaren Gedanken und Sätze. Ich liebe die Euphorie. Ich liebe am meisten meine Frau und meinen Sohn. Was für ein Glück! Ja, ich liebe auch manchmal ein bisschen mich, zumindest meine Gedanken und Ideen  ! Gute Nacht

Zwei Tage später. Guten Morgen!

Gestern bin ich wieder herrvorragend ins Schreiben gekommen, es läuft fantastisch. 42 Seiten habe ich nun schon, von etwa 200, wenn es so weitergeht, bin ich bald durch. Meine Frau ist beim neuen Roman auf Seite 160 angelangt, jetzt sind es nur noch 30 Seiten bis zum Schluss. Ihr gefällt „weg“ die kleine Trilogie besser, sagt sie, die ich jetzt schon wieder in einem ganz anderen Stil schreiben würde. Vielleicht irgendwann, wenn die Kreativität ausgeschöpft ist, wonach es zurzeit aber glücklicherweise nicht aussieht. — Das Buch von Auster, das ich gerade lese, hat über 1200 Seiten, eigentlich nicht meine Größe, aber es macht wirklich Spaß jeden Satz zu genießen. Er kann es wirklich! Dabei spielt es keine Rolle, dass manche Szenen zu sehr ins Detail gehen. Er scheint sich bei dieser Geschichte ganz und gar ausgelassen zu haben, was sein gutes Recht ist, denn jeder Lektor wird sich hüten, Austers Gesamtheit einzugrenzen. Alles was er schreibt, macht Sinn. Ich freue mich jeden Tag darauf, dass Buch aufzuschlagen und Seite für Seite umzuschlagen. Danke, Mr. Auster!

Ihr bekommt heute schon das Jack Daniel’s-Gedicht für’s Wochenende. Ach ja, ich habe noch ein paar Schlagwörter zu bearbeiten, unter anderem „Gerechtigkeit“. Vor diesem Thema habe ich mich bis jetzt gescheut, weil es so dermaßen komplex ist. Ich hab’s auf jeden Fall im Hinterkopf!!!

UND DOCH

Du wirst nicht alt – bei mir nicht. Mach dir keine Sorgen. Ich kille dich. Du machst mich fertig. Wer bringt hier wen um? Du mich sicher nicht. Ich mach dich alle. Bin schneller. Du kriegst mich nur in der Nacht. Morgens nur ein schaler Geschmack von dir. Angenehm die Erinnerung. An die letzte Nacht. Geträumt, aber nicht verträumt. Du bist real. Und doch   .

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