Rammdösig

Es ist halb elf am Freitagmorgen. Micht haben schon wieder Halsschmerzen überfallen. Aber darüber möchte ich gar nicht schreiben. Ich möchte allen ein schönes Wochenende wünschen und euch, wie jeden Freitag, mit einer neuen Jack Daniel’s-Story beglücken.

DER OFEN IST AUS

Mir fällt nichts mehr ein, heule ich mir selbst was vor. Ich bin 46, der Ofen ist aus. – „Gestern hast du den ganzen Tag Gedichte geschrieben“, meint sie, „also reg dich nicht auf.“ – „Ehrlich?“, frage ich. Sie lächelt mich an. Ich weiß von gestern gar nichts mehr. Sie zeigt mir einen Batzen Texte. Ich bin überrascht. „Und die sind wirklich alle von mir?“ – „Nee, war nur n Witz. Du solltest dir lieber n Job besorgen. Und wenn du losgehst, um dir einen zu suchen, denk dran ne Flasche Whiskey mitzubringen.“ Sie lächelt jetzt noch mehr und schreibt schon wieder.

Tja, ich kann derzeit nicht von einer Schreibblockade sprechen. Die Kreativität sprüht mir aus den Fingern auf die Tastatur. Ich bin froh drum. Ich bin ja jetzt schon 47, und ich muss sagen, um so älter ich werde, desto mehr fällt mir ein. Allerdings vergesse ich auch mehr. Ich kann mir nur noch schlecht Namen und Gesichter merken. Wenn meine Frau mir einen Auftrag erteilt, kann es passieren, dass ich ihn vergesse. Oder wo ich etwas hingelegt habe. Meine Mutter meint, das hänge mit meinem Krankheitsbild zusammen. Vielleicht ja. Vielleicht machen die Medikamente jetzt so langsam rammdösig. Rammdösig – was für ein schönes Wort. Manchmal bin ich auch ziemlich durcheinander, und ich muss wirklich zigmal einen Roman überarbeiten, damit die Zusammenhänge stimmen. Mein Gedächtnis ist nicht das beste, war es, glaube ich, aber noch nie. Meine Frau sagt, ich soll Gedächtnistraining machen. Es gibt ja eine Menge Programme für den PC. Darauf wird es wohl hinauslaufen. Ich bin gespannt. Auf jedenfall genießt jetzt das Wochenende. Lasst es krachen   !

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