Liebe und Freunde

Wieder Sonne, wieder einen ganzen Nachmittag am See verbracht. Die letzte Woche ist angebrochen, ich will noch nicht weg hier, verdammt! Schnell wird uns der Alltag wieder in seinen Bann ziehen, na ja, meine Tage sind ja meistens voller Veränderungen. Im Grunde ändert sich für jeden Menschen jeder Tag ganz und gar, zum Glück. Nichts ist wiederholbar, keine Sekunde, zu jeder Zeit sieht und fühlt man neu. Man kann einen Menschen ein Lebtag lieben, aber nie ist die Liebe gleich intensiv, an einem Tag spürt man sie ganz tief und unendlich, so dass es einen fast zerreißt, am nächsten Tag ist man genervt und möchte ne Stunde weg. Und doch kann die Liebe einigermaßen konstant bleiben über Jahre und Jahrzehnte. Manch einer sagt, eine Trennung heutzutage sei was ganz Normales. Ja? Vor allem wenn Kinder im Spiel sind, sollte man drüber nachdenken, ob man diesen Schritt wirklich gehen will. Ja, manchmal ist es wohl tatsächlich für die Kinder besser, zum Beispiel, wenn sie geschlagen oder andersweitig misshandelt werden, aber zumeist verstehen die Kinder eine Trennung überhaupt nicht, und die Spuren bleiben bis ins Erwachsenenalter. Früher hat man sich nicht so „einfach“ getrennt, da wurde ein Seitensprung verziehen, vergessen nicht, aber man hielt an seinem Lebensbund fest, man ging durch dick und dünn, man hat sich zusammengerauft, zumindest so lange, bis die Kinder selbst das Haus verlassen haben. Eine schreckliche Zeit oft für die Verheirateten, keine Frage. Unglücklich sollte eigentlich niemand sein, auch klar. Eine Trennung sollte Stil haben. So schwer es auch sein mag, Stil ist immer wichtig. Jeder Mensch sollte davon etwas besitzen. Man kann auch nicht immer ehrlich sein, jeder darf seine kleinen Geheimnisse haben, solange man dem Partner nicht damit schadet. Klar, wo fängt es an, wo hört es auf? Man sollte nie aufhören zu reden. Die Glotze tötet Ehen. Die Glotze tötet Kultur. Ich hab selbst eine, eine Glotze, ich gucke auch ab und zu, mein Sohn guckt Kindersendungen, das Gucken sollte nicht zur Sucht werden. Ich hasse es, wenn ich irgendwo hinkomme und das Ding ist an. Und bleibt an. Unfreundlicher geht nicht. Man besucht doch wen, um sich zu unterhalten, oder? Oder man verabredet sich vorher zum fernsehn. Es ist wichtig, dass sich die Partner bei einer Trennung sehr schwer tun, weil es einfach nichts Selbstverständliches ist, und wenn wir erst anfangen so zu denken, als sei es etwas ganz Normales, dann braucht man gar nicht erst zu heiraten. In guten wie in schlechten Zeiten. Krisen gibt es immer, überall auf der Welt. Eine Seele ist keine Maschine, eine Seele fühlt, ein Geist denkt, ein Herz schlägt gleichmäßig, wenn es gesund ist. Die Liebe. Ich habe ein paar wenige Freunde, die ich liebe. Ich musste die Erfahrung machen, dass manche Freunde nichts mehr mit mir zu tun haben wollen, weil ich sie verletzt habe. Wie auch immer. Oder weil sie mit meiner Krankheit nicht zurecht kamen. Wirklich. Viele gesunde Menschen wenden sich von kranken Menschen ab, sie kamen oder kommen mit meiner Verrücktheit nicht klar, auch wenn ich selbst denke, ich bin doch ganz okay so wie ich bin. Subjektivität. Allerdings sind in den letzten Jahren auch einige gute Freunde hinzugekommen, mit denen ich häufiger zu tun habe, als mit den alten. Aber an den alten Freunden weiß man, was man hat. Sie sind zuverlässig, auf sie kann man sich verlassen. Dabei belasse ich es für heute, ich gehe jetzt ins Bett. Denkt darüber, was ihr wollt   !

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