Bescheidenheit

Ehrlich! Ich bin jetzt seit einigen Tagen nüchtern und schaffe es sogar, abends am Roman zu arbeiten. Ich komme gut voran. Das ist eine Menge für mich. Das ist mehr, als ich mir erhofft habe. Ich fühle mich klar. Das heißt nicht, dass ich meine Sucht im Griff habe. Ich kann nicht sagen, wie es in ein paar Tagen aussieht. Ein Glas Wein entspannt und inspiriert auch sicherlich. Hier für den Blog allemal. Die Frage aber ist, was mir wichtiger ist. Ich glaube, zurzeit der Roman. Ich bin schon so weit, habe über 150 Seiten, habe den Anfang des letzten Drittels schon lange überschritten. Ich weiß aber noch nicht so genau, ob alles so hinkommt und sich zusammenfügt, wie ich mir das vorstelle. Hinten wird es vielleicht ein wenig eng und zusammengepresst. Ich werde bald interessierte Leser und Kritiker suchen, die mir ihre Meinung sagen und Anstöße geben. Einen Lektor kann ich nicht bezahlen, also seid ihr gefragt. Und wenn ihr dann begeistert seid, könnt ihr das Buchprojekt auch gern finanziell unterstützen. Ob ihr das Geld jemals wiedersehen würdet, verspreche ich lieber nicht. Ole, meinem Barmann aus dem Havana, kann ich es aber garantieren. Für „weg“ habe ich auch keinen Geldgeber. Für den „Weltbestseller“ sowieso nicht. Das muss schon jemand ganz Beklopptes sein, der da seine Finger mit im Spiel haben will. Aber wenn das Ding durchbricht, in den USA, bin ich der meistgelesene Schriftsteller der Welt. Und der Reichste. In den USA gibt es so viele durchgeknallte Christen, die müssen das Buch einfach gut finden. Gedichte … Reime … Psychoreime …

Meine Frau sagte heute, Bescheidenheit sei eine Tugend. Ich weiß. Heute habe ich für 90 Euro eine ISBN-Nr für „Im Wahn der Zeichen“ gekauft. Ich hätte mir lieber Schuhe kaufen sollen. Da hätte ich was in der Hand gehabt. Und an den Füßen schöne neue Schuhe. Ich liebe Schuhe. Es gibt soooo schöne Schuhe. Wenn ich viel Geld habe, gehe ich ständig Klamotten kaufen. Und die alten T-Shirts kommen alle weg. Und die zerfledderten Unterhosen sowieso. Ich mag es, mich neu einzukleiden. Ich werde mir auch ein neues Auto kaufen. Einen Volvo mag ich. Und dann kaufe ich eine Villa für mich, meine Frau, meinen Sohn, die Uroma und meine Mutter. Und natürlich die Schreibwohnung. Vielleicht auch eher eine Gartenlaube in einer Kolonie. Auf jeden Fall etwas, wo ich drin rauchen werde! Eine Gartenlaube mit Ofen und Strom. Das könnte mir gefallen. Ich werde wohl in Hannover bleiben. Hamburg reizt mich natürlich sehr. Ich würde hinziehen. Aber die Entscheidung liegt nicht allein in meiner Hand. Bescheidenheit … Klar … Wenn ich Multimillionär bin, bin ich ja bescheiden, wenn ich nur ein paar Millionen für eine Villa ausgebe. Und 50.000 für ein Auto. Alle würden natürlich GANZ GANZ VIEL spenden, wenn sie an meiner Stelle stünden. Ich selbstverständlich auch. Ich habe an eine Stiftung gedacht, die zu gründen wäre. Aber das ist mir viel zu aufwändig. Ich unterstütze lieber Stiftungen, die es schon gibt. Es darf kein Druck entstehen. Ich will schreiben, und klar, reisen. Nach Havanna und Hemingways Haus besichtigen. Privatführung durch die heiligen Räume. Und in Key West Florida auch. Da hat er auch gewohnt. Jaja, Bescheidenheit … Ich würde Erste Klasse fliegen. Warum nicht. Das Leben ist kurz. Und wenn man’s sich, wie ich, leisten kann, warum darauf verzichten. Wenn allerdings die Kreativität darunter leidet, ist es schlecht. Glaube ich aber nicht. Und wenn doch, lenke ich mich halt ab. Mit Zigarren, Wein, Whisky … Gutes Essen … Dann mache ich einfach das, wozu ich gerade Lust habe. Zum Beispiel Rum trinken. Verpflichtungen? Ja, meinem Sohn und meiner Frau gegenüber. Schwachsinn: Ich will gar nicht so viele Millionen haben. Manche sagen das ja. Die sind aber WIRKLICH sehr bescheiden. Und nicht ganz dicht! Können sie ja alles verschenken. Tut ja keinem weh. Machen sie ja sowieso, ist ja klar. Spenden. Die Famlie zuerst. Sowieso. So, jetzt wisst ihr erst mal Bescheid. Bis zum nächsten Mal, euer Weltbestseller-Autor   !

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